
Das war spitze!
Transformation im Fokus: Auftakt des tekom-Festivals 2026
Das tekom-Festival 2026 brachte auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Fachleute, Kreative und Interessierte aus der Welt der Technischen Kommunikation zusammen. Auf dem SAP-Gelände in St. Leon-Rot stand das Festival vom 7. bis 8. Mai ganz im Zeichen von „Transformation und transformative Kompetenzen“ mit interaktiven Formaten, inspirierenden Impulsen und viel Raum für persönlichen Austausch.
Bereits zum Auftakt war die Vorfreude auf die kommenden zwei Tage tekom-Festival spürbar. Die Veranstaltung begann mit einer herzlichen Begrüßung durch das Organisationsteam des Festivals, stellvertretend durch Pia Halim. In ihrer Eröffnungsrede stimmte sie die Teilnehmenden auf zwei abwechslungsreiche und inspirierende Tage ein und bedankte sich bei allen ehrenamtlichen Helfer:innen für ihr großes Engagement. Sie betonte die Bedeutung des gemeinsamen Lernens, des offenen Austauschs und der aktiven Mitgestaltung innerhalb der Community. Gleichzeitig ermutigte sie alle Teilnehmer:innen, die vielfältigen Vorträge, Workshops und Diskussionen intensiv zu nutzen, neue Ideen mitzunehmen und wertvolle Impulse für die eigene berufliche Weiterentwicklung zu sammeln. Die Botschaft der Eröffnung war geprägt von Wertschätzung, Inspiration und dem Gedanken, Transformation gemeinsam zu gestalten.
💡 Erster Tag des tekom-Festivals 2026: Keynote, Workshops und vielfältige Impulse
Das Festivalprogramm bot anschließend zahlreiche Highlights. Den Auftakt machte die Keynote von Erik Händeler, der spontan einsprang und dafür großen Dank und viel Anerkennung erhielt. In seiner Keynote spannte er den Bogen von der Theorie der langen Konjunkturzyklen des russischen Ökonomen Nikolai Kondratieff bis zu den Herausforderungen der heutigen Wissensgesellschaft. Anhand historischer Entwicklungen zeigte er, dass große Innovationen meist aus Knappheiten entstehen: von der Dampfmaschine von James Watt über Eisenbahn und Elektrifizierung bis hin zum Computer. Heute, so Händeler, liege die zentrale Knappheit nicht mehr in Maschinen oder Technik, sondern in produktiver Wissensarbeit. Die moderne Arbeitswelt sei geprägt vom Planen, Organisieren, Verstehen und gemeinsamen Lösen komplexer Probleme. Entscheidend werde künftig vor allem die Fähigkeit sein, konstruktiv miteinander zu arbeiten und demokratische Strukturen zu stärken.
Weitere Vorträge und Diskussionen im Programm beschäftigten sich zudem mit agilem Arbeiten und der Frage, wie Veränderung gelingen kann. Ein zentraler Gedanke zog sich dabei wie ein roter Faden durch das Festival: Wandel entsteht nicht allein durch äußere Entwicklungen oder neue Technologien, sondern vor allem durch die Bereitschaft, ihn aktiv von innen heraus mitzugestalten.
Besonders eindrücklich wurde dies in den praxisorientierten Workshops. So sorgte ein interaktives Szenario, bei dem die Teilnehmenden gemeinsam eine „Bombe entschärfen“ mussten, für viele Aha-Momente. Schnell wurde klar, wie entscheidend präzise Dokumentation, klare Informationsstrukturen und gute Zusammenarbeit in kritischen Situationen sind. Der Workshop zeigte auf kreative Weise, worauf es in der Technischen Kommunikation ankommt: verständliche Informationen, verlässliche Prozesse und Vertrauen in die Zusammenarbeit.
Auch die „Katzenecke“ beziehungsweise „Open Stage“ bot Raum für offene Gespräche und ungewöhnliche Perspektiven. Themen wie mentale Gesundheit, neue Lernformen und der Umgang mit Veränderungen im Berufsalltag standen hier im Mittelpunkt.
Abgerundet wurde der erste Veranstaltungstag durch eine Lesung von Hendric Mostert sowie eine Panel-Diskussion mit Expert:innen aus unterschiedlichen Fachbereichen. Am Abend heizte eine Band mit Livemusik so richtig ein, sorgte für ausgelassene Stimmung und stärkte das Gemeinschaftsgefühl auf dem Festival.
💡 Zweiter Tag des tekom-Festivals 2026: KI, Praxis und Zukunft der Technischen Kommunikation
Auch der zweite Festivaltag zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig und praxisnah die Technische Kommunikation heute aufgestellt ist. Auf der „Main Stage“ standen Themen wie Künstliche Intelligenz, Wissensmanagement und Informationsarchitektur im Mittelpunkt sowie die Frage, wie sich die Rolle Technischer Redakteur:innen künftig verändern wird. In den Workshops konnten sich die Teilnehmenden erneut intensiv ausprobieren. Der Workshop von Sirkka Freigang „Design Protopia: Prototyping Future with Magic Moments“ stieß beispielsweise auf besonders große Resonanz. Nach Impulsen zu „Futures Literacy“ entwickelte sich in einem interaktiven Prozess ein Moodboard, in das „Magic Moments of Learning“ eingearbeitet wurden. So entstand eine lebendige Collage aus künstlerischen und technologischen Elementen und mit Hilfe von KI sogar ein nahezu greifbarer „Docmingo“.
Dabei wurde klar: KI wird Prozesse verändern und Aufgaben verschieben, aber die Menschen hinter den Inhalten nicht ersetzen. Zentrale Kompetenzen bleiben Qualitätssicherung, Konsistenz, Abstimmung zwischen Teams und die Fähigkeit, komplexe Informationen verständlich zu strukturieren.
Gleichzeitig wurde deutlich, wohin sich die Technische Dokumentation entwickelt: Sie wird zunehmend durch Künstliche Intelligenz unterstützt. Dadurch verschiebt sich der Fokus von der reinen Inhaltserstellung hin zur intelligenten Strukturierung und Nutzung von Informationen. Unverändert bleibt jedoch die Notwendigkeit klarer Regeln, nachvollziehbarer Strukturen und verständlicher Sprache.
Festivalatmosphäre, Dokumentationsgeschichte und kreative Ideen zum Abschluss
Die besondere Festivalatmosphäre war überall spürbar. Kreative Bodenaufkleber führten die Besucher:innen zielsicher durch das Gelände, und auch die „Docmingo“ in Flamingopink, alias Karola Steffl, setzte vor Ort farbenfrohe Akzente und sorgte überall für Aufmerksamkeit. In Anlehnung an das Maskottchen „Docmingo“ des tekom-Festivals, das die Wörter „Dokumentation“ und „Flamingo“ spielerisch miteinander verbindet, mischte sie sich als lebendige Botschafterin der Kunstfigur unter die Teilnehmenden in Workshops, Meetings und Vorträgen und unterstrich damit die offene und vielfältige Atmosphäre. Weitere Highlights sorgten für zusätzliche Abwechslung: Im zweiten Stock konnten Gäste mithilfe eines Chatbots ihren persönlichen Cocktail zusammenstellen und live selbst mixen. Eine Candy-Bar, gutes und gesundes Essen sowie die offene Architektur mit viel Tageslicht und Blick ins Grüne trugen ebenfalls zur angenehmen Atmosphäre bei.
Ein besonderer Blickfang war zudem die Ausstellung historischer und moderner Gebrauchsanweisungen. Sie zeigte eindrucksvoll, wie sich Technische Dokumentation verändert hat – von alten Bedienungsanleitungen, einer Pfaff-Nähmaschine und einer klassischen Schreibmaschine bis hin zu modernen digitalen Handbüchern etwa aus der Automobilbranche. Dabei wurde deutlich, wie sehr sich sowohl Gestaltung als auch Nutzererwartungen entwickelt haben.
Ein besonderes Highlight am Ende des Festivals war die Verleihung des DokuSpark, der kreative Ideen aus der Community und innovative Ansätze in der Technischen Kommunikation auszeichnete. Unter den Einreichungen fanden sich unter anderem ein „Recycler Guide“, der zeigt, wie man Hardware gezielt und professionell auseinandernehmen kann (Agnes Pfeffer, Bernhard Männer, Markus Pschierer, Siemens AG, 3. Platz und Publikumspreis), „Docestra“ als kreatives KI Tool zum Dirigieren von Dokumentationen (Corinna Bluß und Ostin Zarse, 2. Platz) sowie der Prototyp einer App für den Einstieg in die Technische Dokumentation von Marit Gudenschwager (TechDoc), der den ersten Platz belegte. Der Wettbewerb bot Raum für experimentelle Projekte und frische Denkansätze rund um Dokumentation und Wissensvermittlung und das tekom Festival 2026 unterstrich damit erneut, wie lebendig und innovativ die Welt der Technischen Kommunikation ist und dass Veränderung dort entsteht, wo Menschen gemeinsam lernen, diskutieren und sie aktiv gestalten.


























