17. Oktober 2025 | Regionalgruppe Nürnberg
Denk-Tour im Zukunftsmuseum (Deutsches Museum Nürnberg)
Eine Reise in die Welt von Technologie und Verantwortung
Wir hatten die Gelegenheit, das Zukunftsmuseum zu besuchen – eine inspirierende und zugleich nachdenklich stimmende Erfahrung. Schon bei der Ankunft wurden wir herzlich empfangen und erhielten eine kurze Einführung in die Struktur der Führung, die als „Denktour“ konzipiert war. Ziel war es, einen Blick auf die technologischen Entwicklungen der Gegenwart und Zukunft zu werfen, Trends zu erkennen und sowohl Chancen als auch Risiken zu beleuchten.
Der Einstieg erfolgte vor einer imposanten Leinwand, die kontinuierlich faszinierende, KI-generierte Bilder der Zukunft erzeugte. Es war beeindruckend zu sehen, wie Technologie kreativ eingesetzt werden kann, um neue Perspektiven zu eröffnen. Gleichzeitig wurden wir sofort in das Thema Künstliche Intelligenz eingeführt. AMECA stand bereit, ein humanoider Roboter, mit dem man über ein Mikrofon interagieren konnte. Dieser war als ein lokales System aufgesetzt, das gezielt so konzipiert war, dass problematische odas vernetzte Zuhauseer diskriminierende Äußerungen ausgeschlossen wurden. Dies ermöglichte einen unaufgeregten und zugleich tiefgehenden Austausch über KI, ihre Möglichkeiten, Grenzen und ethischen Fragestellungen.
Besonders spannend war die Diskussion über menschliche Nähe und Vereinsamung. Wir stellten uns die Frage, ob Roboter oder intelligente Spielzeuge emotionale Bindung ersetzen können. Könnte eine Robbe mit Fell, die lernfähig ist, Einsamkeit lindern? Darüber hinaus reflektierten wir, wie sich soziale Bindungen verändern könnten, wenn Menschen Technik mehr Vertrauen schenken oder sich ihr mehr anvertrauen als anderen Menschen. Im Extremfall könnte Technologie zum zentralen, sogar einzigen Bezugspunkt werden. Solche Fragen eröffneten eine intensive Auseinandersetzung mit den Auswirkungen auf Emotionen, Empathie und das Menschsein.
Ergänzend dazu sprachen wir über die Robotergesetze von Isaac Asimov und die Übertragbarkeit ethischer Leitlinien in reale Anwendungen, etwa in militärischen oder industriellen Kontexten. Es wurde deutlich, dass technischer Fortschritt immer auch Verantwortung bedeutet und dass die Diskussion über ethische Grenzen kein theoretisches Unterfangen, sondern eine notwendige Begleitung der technologischen Entwicklung ist.
Der nächste Abschnitt führte uns in d. Hier stand ein interaktiver Spiegel, der Einkaufslisten anzeigen konnte, auf fehlende Produkte hinwies und mit anderen Geräten im Haushalt vernetzt war. Anhand dieses Beispiels diskutierten wir über die Chancen und Vorteile eines assistierenden, intelligenten Alltags, aber auch über Risiken durch Datenerhebung, Cloud-Anbindung und mögliche Sicherheitslücken. Besonders spannend war die Reflexion darüber, wie digitale Vernetzung Freiheit, Kontrolle und Selbstbestimmung beeinflussen kann.
Im Themenbereich Optik, Erkennung und Überwachung beschäftigten wir uns intensiv mit Gesichts- und Körpererkennung. Die Ausstellung zeigte, welche Möglichkeiten moderne Systeme bieten, Gesundheitsdaten zu erfassen und für Prävention, Diagnose oder personalisierte Anwendungen zu nutzen. Gleichzeitig regten diese Technologien Fragen zu Datenschutz, Missbrauch und ethischer Verantwortung an. Besonders eindrucksvoll war, wie Technologie helfen kann, Vorurteile zu verringern, etwa im Personalbereich oder bei Entscheidungsprozessen. Gleichzeitig erzeugte die Vielzahl von Kameras, Sensoren und Robotern ein Gefühl der Beobachtung – ein subtiler, aber wirksamer Hinweis darauf, dass Fortschritt immer auch ein Bewusstsein für die eigene Privatsphäre erfordert.
Auch der Bereich Medizin und Diagnostik zeigte sowohl Potenzial als auch Risiken. Moderne Technologien können Diagnosen schneller und präziser machen, Behandlungen individualisieren und Prävention verbessern. Gleichzeitig wurde deutlich, dass unkontrollierte Datennutzung oder wirtschaftliche Interessen Gefahren bergen. Die Frage nach dem verantwortungsvollen Umgang mit Technik wurde hier besonders greifbar.
Darüber hinaus beschäftigten wir uns mit Fragen des Lebens und des Weiterlebens nach dem Tod. Welche Möglichkeiten könnten heutige oder zukünftige Chip-Technologien bieten, um Erinnerungen oder Bewusstsein zu speichern, und welche ethischen Grenzen bestehen dabei? Ergänzt wurde dieses Thema durch die Auseinandersetzung mit Ernährung der Zukunft. Ungewöhnliche Nahrungsmittel wie Insektenpulver-Nudeln oder Raupenprotein standen im Mittelpunkt, ebenso wie die Frage nach Wasser- und Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlicher Lebensmittelproduktion. Die Kombination aus Innovation, Nachhaltigkeit und Ethik machte diese Station besonders faszinierend.
Insgesamt zog sich durch alle Stationen ein roter Faden: Die Technologien der Zukunft sind faszinierend, eröffnen ungeahnte Möglichkeiten und machen den Alltag intelligenter und effizienter. Gleichzeitig regen sie zu Reflexion, Verantwortung und kritischem Denken an. Die Ausstellung hat uns daran erinnert, dass Fortschritt nicht Selbstzweck ist, sondern bewusst gestaltet werden muss. Gerade für uns, die wir in technischen Berufen arbeiten, war dies eine wertvolle Erinnerung daran, Technologie nicht nur zu entwickeln, sondern sie sicher, zielgerichtet und verantwortungsvoll einzusetzen.
Besonders bereichernd war der Austausch zwischen uns Teilnehmern. Wir reflektierten persönliche Eindrücke und stellten fest, wie unterschiedlich Menschen technologische Entwicklungen wahrnehmen. Begeisterung, Skepsis und Nachdenklichkeit existierten dabei nebeneinander, was die Diskussionen besonders lebendig machte.
Abschließend lässt sich sagen, dass der Besuch im Zukunftsmuseum Nürnberg ein inspirierendes Erlebnis war. Er hat gezeigt, wie viel bereits heute möglich ist, welche Chancen uns die Zukunft bietet und welche Verantwortung damit einhergeht. Eine Denk-Tour, die in Erinnerung bleibt, viele Fragen aufwirft und Lust macht, noch tiefer in die faszinierende Welt der Zukunftstechnologien einzutauchen. (Benjamin Rego)
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Leider ist die Info für den "Techn. Redakteur" nicht aktuell (Stand 12.2023).
Fotos
Die Fotos zeigen unseren Guide Rolf mit Roboter Robbe Paro und einige der Tour-Teilnehmer.
- Termin der Veranstaltung
- 17.10.2025 | 15:00 Uhr
- Veranstaltungsort
- Nürnberg
- Referent:in
- N.N.