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Quereinsteiger


Einen Großteil unseres Alltags verbringen wir bei der Arbeit. Umso wichtiger ist es, dass der Job Zufriedenheit bringt. Womit wir zufrieden sind, kann sich im Laufe des Lebens ändern und nicht selten wächst der Wunsch nach einer beruflichen Veränderung. Ein Branchenwechsel und der Quereinstieg in einen völligen neuen Job ist heute nicht mehr unüblich.

Besonders in der Technischen Kommunikation (TK) gibt es viele Quereinsteiger. Was spricht dafür und wie steht es um den beruflichen Erfolg? Im Rahmen von tekom-Befragungen haben wir Unternehmen der Technischen Kommunikation und ihre Mitarbeiter zum Thema Quereinstieg befragt.

Wir gehen folgend auf diese vier Punkte ein:

     

    1. Die Wege zum Beruf als Technischer Redakteur
    2. Geforderte Qualifikationen an den Technischen Redakteur
    3. Geforderte Qualifikationen erfüllen
    4. Arbeitsumfeld und Bedingungen für Technische Redakteure


1. Die Wege zum Beruf als Technischer Redakteur

  • Der größte Teil der befragten Technischen Redakteure (TR) hat keinen formalen Abschluss oder einen Fachausweis in der Technischen Dokumentation.
  • 20% gaben an, einen Hochschulabschluss in der Fachrichtung zu besitzen.
  • „Fachfremde“ Bereiche erfahren mitunter leichte Zuwächse, während „traditionelle“ Domänen der Technischen Dokumentation konstante Bildungshintergründe bleiben.
  • Wer einen nichttechnischen Hintergrund mitbringt hat größere Chancen bei Softwareunternehmen.

Warum ist die TK ein Bereich für Quereinsteiger?

Warum viele Technischer Redakteure Quereinsteiger sind, liegt sicherlich daran, dass die Technische Kommunikation ein multidisziplinärer Arbeitsbereich ist. Neben technischem Verständnis, sind sprachwissenschaftliche und kommunikative Fähigkeiten gefragt. So finden sich in diesem Beruf Personen, die vorher als Übersetzer, Maschinenbauingenieur oder Kommunikationswissenschaftler tätig waren.

Ein Beruf – viele Branchen
Und ist die Entscheidung für einen Wechsel in diesen Beruf gefallen, sind die Einsatzfelder vielfältig: In vielen Branchen müssen technische Produkte dokumentiert werden. So schreiben Technische Redakteure Übersetzungstexte für Medizintechnik, Anlagen für Maschinen im Baugewerbe oder Softwaredokumentationen im Bereich Lernmedien.

Unterschiede in der Unternehmensgröße
Insbesondere in größeren Unternehmen wird der gesamte Prozess der Informationsentwicklung von Mitarbeitern mit besonderen Job-Profilen abgedeckt. Sie erfordern jeweils unterschiedliche Kompetenzen oder gehen sogar mit Spezialisierungen einher.

Woher kommen die Quereinsteiger?

Viele in der Technischen Dokumentation tätige bringen einen anderen fachlichen Hintergrund mit. Was ihnen jedoch gemeinsam sein sollte, sind grundlegende Kenntnisse in der Technischen Kommunikation.

Viele bringen einen technischen Hintergrund mit
So zeigte die Befragung auch, dass nach wie vor die meisten Quereinsteiger aus den Ingenieurwissenschaften kommen oder eine technische Berufsausbildung besitzen. Einige Befragte kommen aus den Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Sprach- und Kulturwissenschaften und der Übersetzung.

Branchenspezifische Unterschiede
Von den Softwareunternehmen werden mehr nichttechnische Fachrichtungen als geeignet für einen Quereinstieg als Technischer Redakteur betrachtet als von Industrieunternehmen.

 

2. Geforderte Qualifikationen an TR

  • Die Zahl der offenen Stellen wird auf 3.701 geschätzt (Stand 2016).
  • Ein recht hoher Anteil der Arbeitgeber (43,4 %) bewertet den Arbeitsmarkt so, dass nur wenige (33,0 %) qualifizierte Bewerber zur Verfügung stehen.
  • Diese Kompetenzen sind für Arbeitgeber am Wichtigsten: Technisches Verständnis, Kommunikationsfähigkeit, schriftliches Ausdrucksvermögen und Planungsfähigkeit.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt ist aus Sicht der Arbeitgeber nicht einfach. Eine Führungskraft äußerte sich auf die Frage, was den Bewerbern fehlt, folgendermaßen „Viele Bewerber sind unerfahrene Quereinsteiger und denken: Technische Dokumentation kann jeder. Viele Bewerber sind unterqualifiziert.“ Oder das Statement: „Vielen Bewerbern mangelt es an Fachwissen.“

Anforderungen im Überblick

Mit jedem Beruf sind typische Arbeitsplatzbedingungen und Arbeitsanforderungen verbunden. Auf die Frage, welche Qualifikationen Führungskräfte erwarten, wurde sehr oft Berufserfahrung und praktische Kenntnisse genannt. Dies  sind Kompetenzen, die typischerweise Absolventen von berufsbegleitenden Maßnahmen mitbringen und ein „Training on the job“ haben.

Welche Anforderungen werden an Technische Redakteure gestellt?
Die Ergebnisse der Branchenkennzahlen 2017 im Überblick

Große Ansicht: hier

 

3. Geforderte Qualifikationen erfüllen

  • Für über die Hälfte (57,3 %) der befragten Vorgesetzten ist eine spezifische Qualifikation in Technischer Kommunikation ein wichtiges Kriterium.
  • Für 37,1 % ist eine Qualifikation in Technischer Kommunikation bedingt wichtig.
  • Nur 5,6 % halten eine Qualifikation für irrelevant.

Weiterbildung verbessert die Chancen beim Arbeitgeber

Letzten Endes sind es die Unternehmen und Arbeitgeber, die auf Basis der Bewerbungsunterlagen und dem Bewerbungsgespräch entscheiden, welches Kompetenzprofil auf einen bestimmten Job in der Technischen Kommunikation passt.
Die Führungskräfte wurden gefragt (Gehalt und Arbeitsmarkt), welche der formellen Abschlüsse von Aus- und Weiterbildungen in Technischer Kommunikation sie bei Neueinstellungen bevorzugen. Die Ergebnisse zeigten dies. Die meisten Personalverantwortlichen bevorzugen:

  • ein Bachelorstudium in Technischer Kommunikation (46,7 %)
  • das Studium eines anderen Fachgebiets plus Vertiefungsrichtung Technische Kommunikation (41,2 %)
  • die Weiterbildung mit Abschluss tekom-Zertifizierung (40,7 %)
  • Absolventen von Masterstudiengängen (rund 25%)

Zertifizierung als weiteres Plus

Das Zertifikat der tekom zum „Technischen Redakteur“ ist seit dem Jahr 2002 eine Initiative der tekom, um Quereinsteigern in der Technischen Kommunikation einen formalen Nachweis ihrer Qualifikation zu ermöglichen. Aktuell wird das Zertifizierungssystem der tekom auf die Anforderungen der internationalen Norm für Personenzertifizierer, ISO/IEC 17024:2012, ausgerichtet.

In der Umfrage wurden Führungskräfte gebeten, das Niveau der Qualifizierung von Inhabern eines tekom-Zertifikats einzuschätzen. Rund zwei Drittel der Befragten, 67,9 %, schätzen dieses als sehr hoch bis hoch ein.

 

4. Arbeitsumfeld und Bedingungen für TR

  • Steile Karriereleiter? Das ist nicht das typische Symbol in der TK.
  • Für diesen Beruf spricht die Arbeitsatmosphäre, die Sicherheit durch eine unbefristete Anstellung und flexible Arbeitszeiten.

Ergebnisse zum Arbeitsumfeld

Das Arbeitsumfeld ist vor allem geprägt durch eine unbefristete Anstellung, flexible Arbeitszeiten, eine gute Arbeitsatmosphäre und durch Gleichberechtigung. Auch die Zukunftssicherheit und eine langfristige Perspektive des Arbeitsplatzes, außerdem die Beschäftigungschancen für Kollegen ab 45 Jahren (65,7%) werden von vielen Beschäftigten als positiv angesehen.

Die Weiterbildungsmöglichkeiten bewertet knapp die Hälfte der Befragten als sehr gut oder gut. Die Work-Life-Balance ist bei 48,2% sehr gut oder gut und für 31,8% ist diese neutral. Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei der Stressbelastung ab.


Große Ansicht: hier

Ein gewichtiges Argument

Bei allen aufgezeigten Ergebnissen und den daraus resultierenden Argumenten für die Technische Kommunikation darf eines nicht vergessen werden: das Einkommen. Wie die Gehaltsstudie 2016/2017 zeigt, verdienen Technische Redakteure im Normalfall gut. Angestellte haben ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 53.369 Euro, Führungskräfte von 71.711 Euro.

Alles in allem dürften die aktuellen Ergebnisse deutlich machen, dass die Technische Kommunikation ein Arbeitsbereich mit vielen zufriedenen Mitarbeitern ist. Insgesamt geben 84,2% der Befragten an, zufrieden oder sehr zufrieden zu sein.

 

Genannte Zahlen im Text sind aus den Befragungen der Branchenkennzahlen 2016 und 2017 entnommen.