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09.03.2018

In InDesign übersetzen macht... nicht wirklich Spaß!

Frank Haibach, Teamleiter Übersetzung bei Stiebel Eltron

Und die Aussage im Titel scheint korrekt zu sein, wenn an einem Freitagabend 23 Menschen zu einer tekom Veranstaltung nach Hamburg kommen - darunter ein Teilnehmer mit über 200 km Anreiseweg! Einige Mitglieder der IDUGHH (InDesign Usergroup Hamburg) erweiterten die Teilnehmergruppe um den Fachbereich „Marketing“.
Dementsprechend eröffnete der Referent den Abend mit den Worten “Sie müssen ja Schmerzen haben!?”
Am Anfang des Vortrages von Frank Haibach, Technische Dokumentation Stiebel Eltron GmbH & Co KG, stand die Zielgruppen- und Problemanalyse im Vordergrund. Schnell stellte sich heraus, dass die Probleme in den unterschiedlichen herkömmlichen InDesign Übersetzungsworkflows in allen Zielgruppen identisch sind: Zeit und Geld.
Diese Punkte splittete Haibach in die ursprünglichen Auslöser für die Aufwände - die teils bekannt, teils (noch) unbekannt waren auf - und diskutierte diese mit den Teilnehmern. Anschließend zeigte er die damaligen konkreten Probleme im eigenen Haus auf, die zur Entwicklung eines vollkommen neuen Tools speziell für InDesign-User führten.
Ausschlaggebend für die Eigenentwicklung bei Stiebel Eltron waren die Redakteurswünsche nach einem einfachen durch InDesign-User beherrschbaren Tools, dass vorhandene Übersetzungen automatisch nutzt, den Datenaustausch mit dem Übersetzer von INDD auf XML ändert, zu übersetzende Segmente nur einmalig liefert und das die Layout Nacharbeit im InDesign-Dokument automatisiert übernimmt. Aus diesem Ansatz heraus entstand der „InDesign Translation Optimizer“, kurz InTO.
Der InTO ist seitdem sowohl in der Technik als auch im Marketing seit über 10 Jahren im Einsatz und wurde seitdem stetig funktional weiterentwickelt. Die Bandbreite an rationalisierenden Funktionalitäten reicht dabei von der parallelen/gleichzeitigen Bearbeitung unterschiedlicher Dokumente bis hin zur Verarbeitung von Adobe Illustrator-Dateien – die oft auch Texte enthalten.
Ein Highligt der Funktionalitäten sind jedoch die „lebenden Übersetzungen“: Ein mit dem Tool bearbeitetes und übersetztes Dokument kann jederzeit „auf Knopfdruck“ mit der aktuellen Translation Memory abgeglichen werden und die dann aktuellen Übersetzungen fließen in das Dokument ein! Auf Wunsch werden dabei zwischenzeitlich zusätzlich eingefügte deutsche Texte automatisch in eine neue zu übersetzende XML exportiert.
Hier stellte sich natürlich schnell die Frage nach der Translation Memory, die vielfach nicht selbstverständlich vorliegt. Aber auch darauf wurde bei der Entwicklung geachtet: Der InTO begnügt sich sogar mit einfachen TMX-Dateien (Translation-Memory-Exchange), die jeder Übersetzungsdienstleister schnell und einfach bereitstellen kann. Die direkte Anbindung an eine professionelle Übersetzungssoftware ist im Standard bereits implementiert und ebenfalls möglich.
Die eingangs genannten Probleme „Zeit und Geld“ sind durch den Einsatz des InTO bei Stiebel Eltron heute keine wirklichen Probleme mehr. Das Packen und Verschicken von INDD oder IDML-Dateien gibt es nicht mehr und die zeitaufwändige Layout-Nacharbeit ist dank der im InTO eingebundenen Skripte vernachlässigbar gering. Die Übersetzung aller Bedienungsanleitungen in durchschnittlich acht Sprachen aus einem Sprachenportfolio von fast 50 Sprachen, wird komplett mit dem InTO abgebildet. Dazu gehören auch Sprachen wie z.B. Koreanisch und Chinesisch, die dank des integrierten sprachabhängigen Schriftart-Mappings problemlos gehandhabt werden.
Der InTO wird inzwischen auch von einigen anderen Firmen erfolgreich für die Übersetzung von technischen Dokumentation, Marketing Unterlagen sowie Katalogen und Preislisten eingesetzt. Der InDesign Translation Optimizer ist eine Entwicklung der Firma Lisocon Software- und Consulting in Hannover und wird von ihr entwickelt und vertrieben.

Rouven Andersson

Vortragslink

InTO-2018.pdf