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Gestaltung effektiver Instruktionsfilme: Tipps aus der Forschung

Gestaltung effektiver Instruktionsfilme - Tipps aus der Forschung

Peter Oehmig

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte - und ein Film mehr als 1000 Bilder? Was die Forschung an Tipps für erfolgreiche Instruktionsfilme bereithält, berichtete Dr. Martin Merkel vom Leibnitz-Institut Tübingen.

Überraschung aus der Forschung: Es gibt nur wenige überraschende Ergebnisse. Die Arbeitsmethoden, die sich in der Instruktionsfilm-Praxis etabliert haben, werden auch von der Wissenschaft bestätigt.

  • Wann ist der Einsatz von Instruktionsfilmen besonders sinnvoll?

Ergänzend oder auch als Ersatz für textbasierte Informationen. Besonders Abläufe, die als Bild relativ einfach, als Text aber schwer zu erklären sind, sind als Instruktionsfilme sinnvoll. Mehr Information in kurzer Zeit geht nicht zu transferieren. In der Kürze liegt aber auch die Würze des Instruktionsfilms, mehr als 2 Minuten Filminhalt kann man sich nicht merken. Längere Filmsequenzen müssen mit Untertitelung oder Steuerungsmechanismen in kurze Blöcke unterteilt werden.

  • Muss das Gesicht des Erklärenden in Instruktionsfilmen sichtbar sein?

Es geht auch ohne. Wichtig ist eine sinnvolle Handlungsfolge und das Zeigen eines Handlungsweges ohne optionale Verzweigungen.

  • Aus welcher Perspektive sollten Instruktionsfilme aufgenommen werden?

Aus der "Ich-Perspektive", die Kamera sollte dem Lehrenden über die Schulter schauen. Analog zur Vermittlung von Mensch zu Mensch: Beim Zumbakurs tanzt der Instruktor entweder mit dem Rücken zu seinen Kursteilnehmern oder er/sie tanzt die Schritte spiegelverkehrt. Die meisten Menschen sind von der Seitenumkehrung bei "Gegenüberstellung" der Kamera überfordert.

  • Wie kann die Nutzerin / der Nutzer bei der Navigation durch den Instruktionsfilm unterstützt werden?

Durch einen aussagekräftigen Titel, der schon am Anfang in wenigen Sekunden zeigt, worum es geht. Durch Kapitelunterteilung, die ein Player einzeln ansteuern kann. Kein Kapitel sollte länger als 2 Minuten dauern, sonst geht der Betrachter an seine Merkfähigkeitsgrenze.

  • Welche Gestaltungsmittel verbessern den Wissenserwerb mit Instruktionsfilmen?

Gute Ausleuchtung, Scharfstellung auf des Wesentliche, Kamera möglichst in einer Position belassen, Zoom oder Weitwinkel möglichst vermeiden, sondern Normalbrennweite und mit der Kamera entsprechend vom Objekt weg oder zum Objekt hin fahren. Flüssiges Sprechen ist zwar schön, beeinflusst aber den Wissenserwerb wenig. Überraschung: Ein passendes "dekoratives" Setting, z. B. bei Lehrfilm über Blütenpflanzen den botanischen Garten im Hintergrund, verbessert das Behalten des Lerninhalts, obwohl das Setting nur "dekorativ" ist.