Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass unsere Website über Cookies personenbezogene Daten von Ihnen erhebt. Mehr Informationen Zustimmen und fortfahren

15.11.2017

Industrie 4.0 - Lernen @.0

Peter Oehmig

Dipl.Ing. Hans-Peter Maas; Fa. Endress+Hauser Messtechnik GmbH+Co. KG zeigte, wie selbstgesteuertes Lernen im Unternehmen aussieht und gestaltet werden kann.

Industrie 4.0 - bedeutet für Unternehmen und deren Beschäftigten einen ständigen Wandel und den Zwang, ständig um- und dazu zu lernen.

Dabei geht es um selbstgesteuertes, adaptives Lernen für lernbereite Mitarbeiter mit modernen IT-basierten Lehr- und Lerntechnologien in einem internationalen Industrieunternehmen. 

  • Am Anfang steht das Lernziel!

Wer kein Lernziel definiert, kann keinen Lernerfolg erreichen oder messen. Die Lernzieldefinition ist eigentlich banal. Gute Hilfsfrage zur Definition des Lernziels: Wenn ich morgen in die Firma gehen würde und nicht wüsste, wer an der Schulungsmaßnahme teilgenommen hat, woran würde ich es erkennen?

  • Doch was ist mit dem Faktor Mensch?

Der Mensch kostet Geld - und rechnet sich nur, wenn sich mit seiner Arbeit Geld verdienen lässt. Um die Beschäftigungsfähigkeit bis zum Ruhestand zu erhalten, müssen fast alle Beschäftigten in den verschiedenen Unternehmensbereichen sich Wissen aneignen. Und damit man weiß, ob sich die Investition in die Schulungsmaßnahmen gelohnt haben, ist eine Lernzielkontrolle unabdingbar.

  • Wie können die Mitarbeiter der Digitalisierung in der Industrie folgen?

Indem für sie Lernangebote geschaffen werden, die es ihnen - abhängig von den jeweiligen Arbeitsplatz-Anforderungen - ermöglichen, sich das notwendige Wissen in kurzer Zeit und passend zu ihrem Lerntyp anzueignen.


Erforderlich ist der individuelle Blick auf den lernbereiten Mitarbeiter. Etwa 20 % der Menschen lernen fast wie von selbst. 30 % brauchen wenig, weiter 30 % viel Unterstützung beim Lernen. Und etwa 20 % der Menschen im Betrieb tun sich sehr schwer beim Lernen, sei es aufgrund früherer negativer Lernerfahrungen oder tatsächlich eingeschränkter Lernfähigkeit.

  • Welches Wissen braucht ein Beschäftigter im Überangebot der digitalen Wissensquellen für seine spezifische Aufgabe wirklich?

Wissensvermittlung kostet Geld. Wenn ein Servicetechniker eine Woche zur Präsenzschulung muss, steht in dieser Zeit seine Arbeitskraft nicht zur Verfügung, neben dem Lohn fallen auch noch Reise- und Übernachtungskosten und die eigentlichen Schulungskosten an. Deshalb hat man bei Endress und Hauser viel Grundlagenwissen in Form von kurzen CBT-Selbstlernmodulen bereitgestellt, die der Beschäftigte selbst durcharbeiten kann, ohne seinen angestammten Arbeitsplatz zu verlassen. Erst danach lernt er in Präsenzseminaren die Inhalte, die sich mit CBTs nur schwer vermitteln lassen.

  • Wissen, Können, Handeln

Es genügt nicht, zu wissen, man muss auch anwenden. Es genügt nicht zu wollen, man muss auch tun. Die Leitsätze aus Wilhelm Meisters Wanderjahre gelten auch noch heute. Deshalb ist es notwendig, dass z. B. der Vorgesetzte prüft, ob die Schulungsmaßnahme dem Mitarbeiter zu mehr Produktivität verholfen hat. Gegebenenfalls kann auch erkennbar sein, dass noch eine Nachschulung notwendig ist oder dass die Lerninhalte nicht auf den betrieblichen Bedarf passen.

  • Wie können moderne IT-basierte Lehr- und Lerntechnologien den Mitarbeiter zielorientiert und individuell unterstützen?

Durch intelligente Vernetzung von Lerner-spezifischen Daten könnten sich exakt auf den Lerner zugeschnittene Lernangebote selbsttätig entwickeln. Das bedeutet, der Mitarbeiter erhält quasi automatisch die notwendige Unterstützung für seinen individuellen Lernbedarf und seine persönliche Lernumgebung. Ganz unkritisch ist "Big Data" beim Lernen nicht. Die vom Lernenden gewonnenen Daten können auch zur automatisierten Leistungskontrolle verwendet werden. In der Schweiz nicht so problematisch, in Deutschland sollte man den Betriebsrat mit einbeziehen, da ihm das Betriebsverfassungsgesetz in diesem Bereich recht starke Mitbestimmungsrechte gibt.

  • Wer die Folien zu dieser Veranstaltung haben möchte, meldet sich bitte per Mail bei Ariane Anders (tekom(at)softaid.de ). Sobald die Upload-Funktion im Webforum zur Verfügung steht, stellen wir die Folien auch hier bereit.