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27.11. 2014

Risikobeurteilung / Risikobewertung

Adrian Heinzl, Mathias Schulz

Rund 70 Teilnehmer konnten die Regionalgruppen-Vertreter zu der Gemeinschaftsveranstaltung im Hörsaal der Technischen Akademie Esslingen begrüßen.
„Risikobewertung –Risikobeurteilung zwei Themen eine Thematik“ war die Überschrift des Abends. Zwei Themen verlangten auch zwei Referenten. Mit Dipl.-Ing. Adrian Heinzl, stellvertretender Referatsleiter des Referates 112 „Produktsicherheit Investitionsgüter, ortsbewegliche Druckgeräte" beim Regierungspräsidium Tübingen und Mathias Schulz, mit jahrelanger Erfahrung und Kompetenz in Sachen Technischer Dokumentation, Mitverfasser des tekom Leitfadens Gestalten von Sicherheitshinweisen, konnten zwei sehr kompetente Vortragende gewonnen werden.

Im ersten Part stellte Herr Heinzl die Risikobewertung der Marktaufsichtsbehörden anhand des RAPEX-Leitfadens vor. Zunächst ging es um die Verordnungen zur Akkreditierung und Marktüberwachung, um die Ausführung der Marktüberwachung, sowie die Leitlinie zur Risikobewertung für Verbraucherprodukte. Umgesetzt in nationales Recht ergibt dies die gesetzliche Grundlage für die Marktaufsichtsbehörde.

An einem konkreten Beispiel erörterte Herr Heinzl die Vorgehensweise der Marktaufsichtsbehörde. In den fünf Schritten – Sachverhaltsermittlung – Schweregrad der Verletzung feststellen – Verletzungsszenario – Bestimmung des Risikogrades – Sensitivitätsanalyse – ist die Risikobewertung der Behörde abgeschlossen.
Als Abschluss werden noch die Maßnahmen beurteilt aus denen sich auch ein Gebührenbescheid ergeben kann.

Herr Heinzl beleuchtete auch noch die Aspekte für wen und für welche Produkte die Risikobewertung nach RAPEX anzuwenden ist und welche Ziele die Marktaufsicht verfolgt.

Aus dem Auditorium kamen noch Fragen zur „Funktionsweise“ der Behörde. Heinzl beantwortete dies in kompetenter Manier.

Matthias Schulz, Risikobeurteilung nach MRL

Eingestimmt auf die Thematik übernahm Matthias Schulz sehr schwungvoll das Publikum. Zunächst stellte Schulz die Frage an das Publikum warum sich Technische Redakteure für die Risikobeurteilung eines Produkts interessieren sollen.
Schulz erläuterte zunächst warum sich ein technischer Redakteur für die Risikobeurteilung interessieren sollte. Mit dem Verweis auf die IEC 82079-1 wurde die Frage beantwortet
Die Risikobeurteilung soll (muss) der Gebrauchsanleitung vorausgehen, denn das Ergebnis der Risikobeurteilung muss in der Anleitung berücksichtigt werden. Auch wenn die Benutzerinformation die „ultimo Ratio“, die letzte und schlechteste Lösung für die Risikominderung ist.
Die Durchführung der Risikobeurteilung nach den Lebensphasen, wie in der EN ISO 12100 5.4 hat sich als optimale Lösung im Maschinenbau erwiesen (task based).
„Ich nenne dir eine Situation und du sagst mir die Probleme, die darin auftreten können“ ist der gebotene Satz bei der Durchführung der Risikobeurteilung.

Bei den fünf Schritten – Grenzen der Maschine bestimmen -  Gefährdungen und Gefährdungssituationen ermitteln – Risiko abschätzen – Risiko bewerten - die Gefährdungen ausschalten oder durch Anwendung von Schutzmaßnahmen die Risiken mindern – wird oftmals die Gewichtung falsch gesetzt.
Auch die Themen Betriebsarten, Fehlerbaumanalyse und Risikoeinschätzung nach EN 62061 wurden von Herrn Schulz erläutert.
Den Abschuss des Vortrags bildete die Frage nach der Zuständigkeit für die Risikobeurteilung. Die Antwort blieb Herr Schulz nicht schuldig, es gibt kein Ja oder Nein für technische Redakteure. Sondern ein klares „Jain“, denn wir technischen Redakteure können bei der Risikobeurteilung unterstützend mitwirken.