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25.04.2018

tekom-Frühjahrstagung 2018:

Welche Normen sind relevant für die Technische Dokumentation?

Helena Maier

Vor Beginn der tekom-Frühjahrstagung 2018 stellten wir die Fragen „Welche Normen sind derzeit relevant?“ und „Wie hilfreich können sie bei dem Entwicklungstempo der Digitalisierung sein?“. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, trafen sich 540 Tagungsteilnehmer, darunter Normexperten und Referenten zum aktuellen Thema intelligente Information.

 

Ralf Robers eröffnet die tekom-Frühjahrstagung und leitet das Fokusthema ein

„Normen in Zeiten digitalen Wandels“ – das Fokusthema

Mit der Digitalisierung haben sich neue Standards entwickelt, wie die erste offizielle Version des tekom-Standards iiRDS 1.0 oder die Richtlinie VDI 2770 zur digitalen Herstellerinformation, die von Attila Kun vorgestellt wurde. Auch bereits bekannte Normen nehmen den Trend auf. Als Beispiel: der Begriff „Dokumentation“, der oftmals mit der Anleitung in Papierform assoziiert wird, wurde in einigen Normen durch „Information“ oder „information for use“ ersetzt.

Eine Übersicht aller Vorträge zum Fokusthema finden Sie hier.

Normen schützen im digitalen Zeitalter – die Keynote

Wenn wir davon sprechen, dass Informationen das Gold des digitalen Zeitalters sind, sollten wir unsere Daten, die wichtiger und kostbarer werden, mehr schützen. So lautete der Appell von Yvonne Hofstetter, der Keynote-Referentin der Frühjahrstagung. Die Zunahme von Künstlicher Intelligenz (KI) führe zu einer fremdgesteuerten und "totalitären" Gesellschaft, bei der immer mehr Daten gesammelt und ausgewertet werden. Die Grenzen der Privatsphäre werden undurchsichtiger.

Yvonne Hofstetter mit einer mitreißenden Keynote

Um uns vor den Risiken der KI zu schützen, empfiehlt Yvonne Hofstetter:

  • Wir sollten unsere Grundrechte gegenüber großen Technologiegiganten mehr forcieren.
  • Plattformen wie Facebook oder Airbnb, die keine eigenen Inhalte haben, sollen klassifiziert werden.
  • KI sollte bei „Objekten“ angewendet werden, weniger bei persönlichen Daten.

Normen sichern Qualität – die Expertenvorträge

In Bezug auf Qualität gelten für Übersetzer andere Anforderungen, als für Terminologen oder Technische Redakteure. So deckte die Frühjahrstagung Vorträge zu verschiedenen Bereichen ab: Im Bereich Übersetzung stellte Ilona Wallberg das Normenvorhaben ISO 21999 vor, ein Standard zur Qualitätssicherung beim Übersetzen. Wer sich für den Trend Agiles Arbeiten interessiert, konnte Praxiseinblicke im Vortrag von Kai Weber und Andrea Gocke zur Norm ISO/IEC/IEEE 26515 gewinnen.

Eine Übersicht aller Vorträge können Sie hier nachsehen.

 

Einer der vielen Fachvorträge: Jürgen Sapara zu "LEAN-Prinzipien Prozesse in der Technischen Dokumentation optimieren"

Aktuell und brisant: IEC 82079-1 und ISO 20607 im Zusammenspiel

Während die Horizontalnorm IEC 82079-1 Regeln für Gebrauchsanleitungen fast aller Branchen festlegt, ist der Entwurf der ISO 20607 auf Anleitungen im Maschinenbau beschränkt. Horizontal versus vertikal.

Horizontal vs. vertikal: Roland Schmeling verdeutlicht in dieser Folie die Überschneidung der Normen

Wie auch Martin Rieder und Roland Schmeling in ihrem Vortrag verdeutlichten, gibt es bei diesen beiden Normen Überschneidungen. Welche Norm wendet der Technische Redakteur wann ein? Die Antwort: Im Optimalfall wenden Technische Redakteure grundsätzlich die Horizontalnorm an und nehmen die ISO 20607 im Bereich Maschinensicherheit ergänzend hinzu.

Key take-aways des Vortags

Die Edition 2 der IEC 82079-1 wird etwa zeitgleich mit der Veröffentlichung der ISO 20607 in 2019 erwartet.

tekom-Ausstellung: Angeregtes Networking

Rund 30 Aussteller reisten aus ganz Deutschland und den Nachbarländern nach Koblenz. Zahlreiche Produktneuheiten, aber auch redaktionelle Dienstleistungen wurden vorgestellt: Autorensysteme, Katalogerstellung, Lokalisierung und Übersetzung, Projektmanagement, Publishing-Lösungen, Redaktions-/Content-Management-Systeme, Technische Illustration und Terminologiemanagement.

Eine Liste aller Aussteller finden Sie hier.

OpenLab zum ersten Mal während der Tagung

Das tekom-OpenLab fand zum ersten Mal während der Tagung statt mit dem Vorteil, dass auch die Tagungsteilnehmer spontan an den verschiedenen Sessions teilnehmen konnten. Zu Beginn des OpenLabs, das wieder von Kai Weber dynamisch und aufgeweckt moderiert wurde, schlugen die Teilnehmer ihre gewünschten Themen zur Diskussion vor.

Auch in diesem Jahr kamen erneut Teilnehmer unterschiedlicher Branchen und Altersgruppen zusammen. Insbesondere wurde das Thema Maschinenbau mit Freude aufgenommen. Die Teilnehmer entschieden sich für „Endlich Maschinenbau“ als eine der Session-Themen. Auch das Thema "Agile Dokumentation" erhielt viel Anklang, dazu bildeten sich zwei Gruppen.

Das Eigenmarketing und die eigene Stellung im Unternehmen ist nach wie vor ein Thema für Technische Redakteure. Dieses Thema wurde bereits auf dem OpenLab im letzten Jahr diskutiert. Das Alleinstellungsmerkmal des Technischen Redakteurs ist sein breitgefächertes Wissen in Sprache und Technologie. Das könne er noch mehr „vermarkten“.

Modernes Ambiente bei strahlender Sonne

Die Tagungsteilnehmer waren vom guten Wetter und der schönen Umgebung der Rhein-Mosel-Halle begeistert. Das moderne Gebäude und die Möglichkeit, auf der Dachterrasse Sonnenstrahlen an frischer Luft einzufangen, hellten die Stimmung merkbar auf. Soziale Events wie das gemeinsame Essen und die tekom-Party wurden gut angenommen, denn sie sind ideale Gelegenheiten um sich auszutauschen und zugleich einen geselligen Abend zu erleben.

Die nächsten Veranstaltungen der tekom

Die tekom-Jahrestagung findet dieses Jahr wie gewohnt im November statt, am gleichen Ort, dem ICS auf der Messe Stuttgart. Merken Sie sich jetzt schon den 13. bis 15. November 2018 vor.

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