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13.04.2017

tekom-OpenLab 2017 in Kassel:

Teilnehmer diskutieren kontrovers über neue Herausforderungen für Technische Redakteure

Helena Maier

In diesem Jahr fand das tekom-OpenLab zum dritten Mal statt. Unter den Teilnehmern gab es bekannte, aber auch neue Gesichter. In lockerer Runde tauschten sie sich über aktuelle Anforderungen und Chancen für Technische Redakteure aus.

Was ist das Besondere am tekom-OpenLab? Die Teilnehmer duzen sich und bringen aktiv eigene Themenvorschläge ein, die in mehreren Runden diskutiert werden. Der informelle Rahmen bietet eine gute Grundlage für einen kontroversen, offenen und persönlichen Diskurs. So auch auf dem diesjährigen tekom-OpenLab am 5. April in Kassel, einen Tag vor der tekom-Frühjahrstagung.

 
Zu Beginn der Veranstaltung stellten sich die Teilnehmer vor und nannten erste Themenvorschläge. Es war eine bunt gemischte Gruppe an Leuten: Die Teilnehmer kamen aus unterschiedlichen Branchen, wie Maschinenbau oder Pharmazie. Auch Quereinsteiger waren wieder dabei.

Der Moderator Kai Weber sammelte alle Vorschläge, ließ die Teilnehmer abstimmen und ordnete die beliebtesten Themen in vier Runden ein. Im Anschluss teilten sich die Teilnehmer in zwei Gruppen auf und nutzten die 60 Minuten pro Session-Runde, um ihre Erfahrungen aus dem beruflichen Alltag zu teilen.

Für welche Themen entschieden sich die Teilnehmer?

Für die erste Runde wurden die Themen Coworking Spaces und Terminologie-Styleguide ausgewählt. Coworking Spaces bringen sowohl Chancen als auch Risiken mit sich. Gerade selbstständige Redakteure könnten von öffentlichen Arbeitsplätzen profitieren, die mit Menschen aus verschiedenen Branchen geteilt werden. Zu Beginn der Diskussion zeigte sich, dass nicht alle Teilnehmer diese Arbeitsform vorher kannten. Statt kontroversem Diskurs waren sich die Anwesenden schnell einig. Die Argumente überwogen auf der Seite der Chancen.

In der zweiten Session-Runde setzte sich eine größere Gruppe zusammen, um über die Zukunft der Technischen Redakteure zu diskutieren. Offen wurde die Frage gestellt: "Ist der Beruf des Technischen Redakteurs tot oder wird er zukünftig noch stärker gefragt sein?". Es kristallisierte sich ein Appell heraus: Dem Technischen Redakteur fehle es noch an Gefühl für die eigene Vermarktung. In der kleineren Gruppe wurde währenddessen über die Notwendigkeit von Content-Management-Systemen für Selbstständige und kleine Unternehmen diskutiert.

 

Das größte Interesse und Diskussionspotenzial weckte das Thema "Generation Y als Technische Redakteure. Erwartungen, Anforderungen und Werkzeuge". Gemeint ist damit die Generation, die im Zeitraum von etwa 1980 bis 1999 geboren wurde. Der Buchstabe "Y" wird englisch "Why" ausgesprochen und verdeutlicht das charakteristische Reflektieren dieser Generation. Diejenigen, die bis 1980 und vor den "Boomers" geboren wurden, gehören der "Generation X" an. In den Medien wurden die Unterschiede bereits vielfach diskutiert. Auch auf dem tekom-OpenLab, wo Generation X und Generation Y nun nebeneinandersaßen, wurden die Unterschiede im Arbeitsalltag deutlich. Reiches Know-how und der Umgang mit festen Strukturen treffen dort auf Technologieaffinität und tiefe Sinnfragen. Letztlich können beide Generationen voneinander lernen, sollten aber noch offener und transparenter miteinander arbeiten.

In der letzten Runde diskutierten die Teilnehmer über Storytelling in der Technischen Dokumentation und über die Entwicklung eines Geschäftsmodells für selbstständige Technische Redakteure.

Die Teilnehmer freuten sich über neue Erkenntnisse und lobten auch die Möglichkeit zum Networking während der Kaffeepausen. Auch in diesem Jahr bildeten sich spontan neue Verknüpfungen innerhalb der Sessions. Im Verlaufe des OpenLab konnten sich Gleichgesinnte zu spezifischen Themen verbinden oder neue Diskussionen entwickeln. Es zeigte sich wieder: Ein offenes Konzept lässt Freiraum für kreatives und lösungsorientiertes Denken.

Nächstes Jahr auf der tekom-Frühjahrstagung 2018 wird das OpenLab wieder stattfinden. Wir heißen Sie dann herzlich willkommen und freuen uns erneut auf einen regen Austausch.

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