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27.04.2015

tekom-Frühjahrstagung 2015 in Darmstadt

Technische Kommunikation im Kontext von Information 4.0 und Industrie 4.0

Kiriaki Kampouridou

Über 500 Teilnehmer haben sich auf der tekom-Frühjahrstagung vom 23. bis 24. April in Darmstadt eingefunden. Schwerpunktthema der Tagung war "Information 4.0 – Informationsentwicklung für intelligente Produkte". In der Keynote gab Professor Scheer im Kontext von Industrie 4.0 einen spannenden Blick in die Zukunft. Die Tagung endete mit einer Podiumsdiskussion.

Nach der Begrüßung durch den tekom-Vorsitzenden, Professor Jürgen Muthig, konnten die Besucher wertvolle Denkanstöße und Impulse mitnehmen, die ihnen Professor August-Wilhelm Scheer in seiner Keynote mit dem Titel "Industrie 4.0 oder wie transportiert man einen Elefanten" mit auf dem Weg gab.

Keynote zu Industrie 4.0: ein Blick in die Zukunft

Professor Scheer erläuterte mit Beispielen aus Forschung und Praxis den Wandel, in dem sich die Industriebranche aktuell befindet. Nach einigen Begriffsklärungen präsentierte er Implementierungsstrategien, die ein Unternehmen anwenden kann, um in seiner Gesamtheit in das Zeitalter von Industrie 4.0 überführt zu werden.

In Bezug auf den Wirtschaftsstandort Deutschland bemerkte Professor Scheer, dass es zwar hierzulande ein hohes Niveau in Forschung und Entwicklung im Bereich Hightech gebe, jedoch Deutschland im internationalen Vergleich auf dem Markt nicht so präsent sei. Eine weitere Feststellung war, dass technische Innovationen allein nicht ausreichen würden, wenn diese keinen konkreten Nutzen lieferten.

"Big Data" ist im Kontext von Industrie 4.0 ein zentraler Begriff: Professor Scheer bezog sich in seiner Keynote hierbei auf die Fertigungsindustrie, wo das Speichern des genauen Verhaltens von Maschinen an Bedeutung gewinnen würde. So könnten durch die Erfassung und Analyse der riesigen Mengen an gesammelten Daten ("Predictive Analytics") Produktionsprozesse in Zukunft genauer gesteuert werden. Dies ermögliche dem Hersteller die eigenen Maschinen weltweit zu beobachten und gleichzeitig den Wartungsprozess optimal zu steuern. Auch das Thema "Cyber security" gewinne in diesem Zusammenhang an Bedeutung. 

Professor Scheer erklärte ferner, dass die neuen Organisationsformen vor allem durch das Prinzip der Selbststeuerung und Dezentralisierung bestimmt werden würden. Außerdem werde ein Trend zur Individualisierung beobachtet, der die Produktvielfalt begünstigt. Durch die Individualisierung erhöht sich gleichzeitig die Komplexität der Fertigungslogistik, da mehr Zulieferer für den Transport der erforderlichen Einzelteile benötigt werden.
Außerdem würde das Logistiknetz transparenter werden und abrufbar sein (z.B. mittels RFID-Technik). Um den individuellen Kundenanfragen gerecht zu werden, sei ein Multichannel-Zugang und somit die "Omnichannel-Fähigkeiten der Systeme" wichtig.

In Bezug auf die Implementierungsstrategien der Unternehmen auf dem Weg zur Industrie 4.0 könne beobachtet werden, dass viele Unternehmen in Deutschland in einem "Innovation Dilemma" stecken. Mehr Informationen zu den verschiedenen Strategien wie z.B. der Blue Ocean Strategy, der Stufenstrategie oder BOO (Build, Own, Operate) finden Sie in den Präsentationsfolien.

Podiumsdiskussion zum Thema "Technischer Redakteur vier-null?"

Die Tagung fand in der Podiumsdiskussion einen erkenntnisreichen Abschluss. Dr. Michael Fritz, der Geschäftsführer der tekom, moderierte die Diskussion über den Einfluss und Auswirkungen der Industrie 4.0 auf die Technische Kommunikation sowie auf das Berufsbild des Technischen Redakteurs mit Experten der Technischen Kommunikation (Dr. Walter Fischer, Fischer Computertechnik FCT AG, Achim Jabs, SAP SE, Alexander Hoffmann, Freelancer, Volker Sütterlin, Siemens AG).

Die Teilnehmer diskutierten, inwieweit das Berufsbild der Technischen Redakteure durch Schlagworte wie Cloud, Software as a Service, Internet der Dinge sowie mobile Dokumentation und jetzt "Industrie 4.0" verschwimmen würde. Auch auf die Frage, wie sich die Hochschulen auf die veränderten Aufgaben und Qualifikationsanforderungen der Technischen Redakteure einstellen, gingen die Diskutanten ein.

tekom-OpenLab, Ausstellung und noch ein paar Termine

Sehr gut angenommen wurde die erste Unkonferenz der tekom, das tekom-OpenLab, das am Vortag der Frühjahrstagung stattfand. Mehr Eindrücke vom tekom-OpenLab finden Sie auch hier.

Auf der Ausstellung mit rund vierzig spezialisierten Softwareanbietern und redaktionellen Dienstleistern haben sich rund 250 Besucher über aktuelle Trends und Entwicklungen in der Technischen Kommunikation informiert.

Die nächste tekom-Frühjahrstagung findet vom 14. bis 15. April in Berlin statt. In diesem Jahr aber bietet der Besuch der tekom-Jahrestagung im ICS in Stuttgart vom 10. bis 12. November noch eine gute Möglichkeit, um auf dem Gebiet der Technischen Kommunikation auf dem Laufenden zu bleiben.

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