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18.08.2015

Umsetzung in drei Phasen:

Normierung und internationale Neuausrichtung des tekom-Zertifizierungssystems

Daniela Straub

Mit Blick auf die internationale Ausrichtung der tekom soll das gesamte tekom-Zertifizierungssystem neu ausgerichtet und die bisherigen Prozesse und Verfahren gemäß der Norm DIN EN ISO/IEC 17024 definiert werden. Wie erfolgt die Umsetzung und was ändert sich?

Standardisierung und Normierung betrifft nicht nur Produkte und Technische Dokumentation. Auch für den Bildungsbereich sind verschiedene Normen verfügbar. Die DIN EN ISO/IEC 17024 beschreibt die Anforderungen an Personenzertifizierer, d.h. Institutionen, die berufliche Zertifizierungen unabhängig vom öffentlichen Bildungssystem vornehmen. Der Standard definiert Vorgaben an das Management, die zugrunde liegenden Prozesse, Strukturen und Grundlagen von Zertifizierungssystemen und Personenzertifizierungsstellen.

Zu Beginn meiner Tätigkeit für die tekom im Jahr 2003 bestand eine meiner ersten Herausforderungen darin, gemeinsam mit dem Beirat Aus- und Weiterbildung das tekom-Zertifizierungssystem aufzubauen, inklusive der Konzeption, der Prozesse und vielem mehr. Seither wurden nach dem Verfahren mehr als 1.500 Personen durch tekom-Experten geprüft und zertifiziert und das Verfahren immer weiter verbessert.

Neue Konzeption dokumentiert: Managementhandbuch und Zertifizierungsrichtlinie

Mit Blick auf die internationale Ausrichtung der tekom hatte der tekom-Vorstand im Jahr 2013 den Beschluss gefasst, das gesamte tekom-Zertifizierungssystem neu auszurichten und die bisherigen Prozesse und Verfahren gemäß der Norm DIN EN ISO/IEC 17024 zu definieren. Ziel ist, dass mit der Zertifizierung gemäß der DIN EN ISO/IEC 17024:2012 ein durch die tekom zertifizierter Technischer Redakteur einen Nachweis über das hohe Niveau seiner Qualifikation und die Aktualität seines Fachwissens erhält, der national, europaweit und darüber hinaus anerkannt ist.

In enger Kooperation und intensivem Austausch mit den Beiratsmitgliedern wurde im vergangenen Jahr die neue Konzeption des tekom-Zertifizierungssystems gemäß dem vorgegebenen Standard erarbeitet und in umfangreichen Richtlinien dokumentiert. Die neuen zentralen Richtlinien, das Managementhandbuch für die tekom-Zertifizierung sowie die Zertifizierungsrichtlinie greifen die Anforderungen der internationalen Norm auf und beschreiben deren konkrete Umsetzung im Zertifizierungssystem der tekom. Dabei fokussiert das Managementhandbuch auf die Managementaufgaben, Prozesse, Organisation und Strukturen. Die Zertifizierungsrichtlinie beschreibt die Zertifizierungsprozesse und inhaltliche Anforderungen an Qualifizierung und Kompetenz und ist daher insbesondere für die zukünftigen Zertifizierungskandidaten von Bedeutung.

Damit ist der erste Meilenstein geschafft: Das neue Konzept steht, und der Vorstand der tekom hat dem Inkrafttreten beider Richtlinien zugestimmt.

Umsetzung erfolgt in drei Phasen

Im nächsten Schritt steht nun die Umsetzung des entwickelten Konzepts an, wo es wieder heißt, gemeinsam anzupacken, an einem Strang zu ziehen und die Umstellung zu meistern. Die Änderungen können grob unterteilt werden in

  • Änderungen hinsichtlich des Managements,
  • Änderungen hinsichtlich des Prüfungsprozesses und
  • Neuerungen mit Blick auf die Zertifizierungsinhalte und Anforderungen.

So wird die Umsetzung der Änderungen erfolgen:

Phase 1: Einführung von Prozessen und Strukturen
Im ersten Schritt werden ab Sommer 2015 die neuen Managementprozesse und Organisationsstrukturen eingeführt. Dies tangiert im Wesentlichen die internen Akteure des tekom-Zertifizierungssystems. Neu für Zertifizierungskandidaten ist, dass es zukünftig eine eigene Schiedsstelle für Einsprüche gibt und die Zertifikate von einer eigenen Stelle ausgestellt werden.

Phase 2: Umstellung der Prüfungsprozesse
Die Prüfungsprozesse mit einem schriftlichen Prüfungsanteil und reduzierter Dauer der mündlichen Prüfung werden Anfang 2016 umgestellt.

Phase 3: Qualifizierungsberatungen und Zertifizierungsprüfungen

Ab Frühjahr 2016 werden erstmals Qualifizierungsberatungen und ab dem 3. Quartal 2016 erstmals Zertifizierungsprüfungen nach dem neuen Kompetenzrahmen angeboten, der durch den Fachausschuss des tekom-Beirats für Aus- und Weiterbildung erarbeitet wurde. Gemäß der neuen Zertifizierungsrichtlinie kann dann die Zertifizierungsprüfung auf zwei verschiedenen Kompetenzniveaus und Qualifizierungslevels, einem Junior-Level und einem Senior-Level, abgelegt werden.

Ab Ende 2016 wird das tekom-Zertifizierungssystem mit seinen drei Säulen Qualifizierungsberatung, Weiterbildung und Zertifizierungsprüfungen auch international verfügbar sein, mit hoher Priorität in den Ländern von tekom Europe.

Ziele des Projekts?

Die tekom verfolgt mit der Anpassung ihres Zertifizierungssystems an die DIN EN ISO/IEC 17024 die Ziele, die Aktualität und Qualität der tekom-Zertifizierungen zu erhöhen und die Zertifizierungen auf die Qualifizierungsanforderungen der Industrie abzustimmen. Vor allem jedoch soll durch das Projekt ein internationaler Standard für Qualifizierung und Zertifizierungen etabliert werden.

Die tekom wird zukünftig jeweils zum Zeitpunkt des Inkrafttretens bzw. bereits im Vorfeld einer anstehenden Änderung detailliert über die Veränderungen informieren, Schulungsmaßnahmen für Beteiligte durchführen und die gültigen Dokumente veröffentlichen.

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