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16.07.2015

Online-Dokumentation und Print: Konkurrenz oder Synergie?

Branchenkennzahlen 2015 – Fakten und Erkenntnisse

Daniela Straub

Die Welt der Technischen Kommunikation in Zahlen: Seit 2008 ermittelt die tekom-Frühjahrsumfrage jährlich wichtige Branchenkennzahlen. Im Fokus stehen dabei Informationen über die Beschäftigten in der Technischen Kommunikation, etwa die Gesamtzahl von Technischen Redakteuren in Deutschland oder den zukünftigen Fachkräftebedarf.

Da diese Kennzahlen jährlich durch eine Online-Umfrage unter den Mitgliedern und Interessenten erhoben werden, ist es möglich, seit 2008 die Entwicklung in der Technischen Kommunikation abzubilden. Auch dieses Jahr haben sich rund 1.770 Personen an der Umfrage beteiligt. Ein herzlicher Dank an alle Teilnehmenden, denn nur mit der Unterstützung der tekom-Mitglieder und Interessenten ist es möglich, diese Informationen bereitzustellen.

Jede Frühjahrsumfrage zu den Opens internal link in current windowBranchenkennzahlen erfragt zudem die aktuelle Situation zu einem aktuellen Schwerpunktthema. Dieses lautete 2015: Die Zukunft der Print-Dokumentation – wie viel Print gibt es noch? Print-Dokumentationen zu erzeugen, die auf Papier ausgeliefert werden, ist für die Unternehmen ein erheblicher Kostenfaktor: Vor allem fallen Druck- und Distributionskosten an.

Daher wird seit jeher in der Technischen Kommunikation diskutiert, wie man diese reduzieren kann. Waren früher die Stellhebel dafür die Menge an Text, das Layout und Druckverfahren, so bieten die neuen Medien heute innovative Möglichkeiten, die Dokumentation dem Nutzer online bereitzustellen. So wird in Verbindung mit dem Einsatz von Opens internal link in current windowmobiler Dokumentation derzeit in der Technischen Kommunikation hinterfragt, wie der Anteil an Print und damit auch an Druckkosten reduziert werden kann.

Die Frühjahrsumfrage hat diese Frage aufgegriffen und ermittelt, wie groß der Anteil an Print-Dokumentation an dem Gesamtdokumentationsumfang ist. Die Ergebnisse zeigen, dass immer noch ein Anteil von 40 % der befragten Unternehmen 76 bis 100 % ihrer Dokumentation als Print zur Verfügung stellen. Im Umkehrschluss sind es jedoch etwa die Hälfe der Unternehmen, die ihre Dokumentation auch anders als durch Print publizieren. Rund ein Viertel der Befragten hat seinen Anteil an Printdokumentation bereits unter 25 % gesenkt.

Anteil Printdokumentation am GesamtdokumentationsumfangProzent
0 %8,4 %
1 bis 25 %18,6 %
26 bis 50 %11,5 %
51 bis 75 %13,3 %
76 bis 100 %40,7 %
Ist mir nicht bekannt7,5 %

 

 

Die Befragung, welche Publikationsmedien für die Informationsprodukte verwendet werden, zeigt, dass immer noch 95,7 % der Industrieunternehmen PDF für Print erzeugen. Bei den Softwareunternehmen liegt der Anteil nur bei rund 67 %.

Die Gründe, warum nach wie vor ein sehr hoher Anteil der Technischen Dokumentation gedruckt wird, sind die folgenden: Die meisten Industrieunternehmen, 82 %, geben rechtliche Vorschriften dafür an, doch auch vertragliche Regelungen spielen bei rund 43 % eine Rolle. Bei etwa einem Drittel der Unternehmen spielt die Tradition eine Rolle. Technische Probleme, wie etwa dass noch keine Umstellung auf elektronische Dokumentation erfolgt ist oder die Dokumentation elektronisch dem Kunden nicht verfügbar gemacht werden kann, spielen eine untergeordnete Rolle.

Durch die Befragung konnte in einem weiteren Schritt der Anteil an Druckkosten im Verhältnis zu den Gesamtkosten für die Erstellung von Technischer Dokumentation ermittelt werden. Die nachfolgende Tabelle zeigt einen erwartungsgemäßen Zusammenhang zwischen Druckkostenanteil und verwendeten Publikationsmedien. Die Tabelle ist folgendermaßen zu interpretieren: Innerhalb der Gruppe, die Druckkosten bis zu 5 % bzw. bis zu 10 %, 25 % oder 50 % haben, stellt ein bestimmter Prozentsatz an Unternehmen eine Technische Dokumentation in einem bestimmten Medium zur Verfügung. Die Ergebnisse zeigen damit, dass der Anteil an Unternehmen, die einen hohen Druckkostenanteil haben und internetbasierte Medien für die Publikation der Technischen Dokumentation einsetzen, gering ist. Umgekehrt stellen alle Unternehmen, die angeben, Druckkosten zwischen 25 % und 50 % gemessen an den Gesamtdokumentationskosten zu haben, Printdokumentationen her.

 

Druckkosten bis 5 %Druckkosten bis 10 %Druckkosten bis 25 %Druckkosten bis 50 %
PDF-Dokument für Print71,8 %100,0 %100,0 %100,0 %
PDF-Dokument online, nicht interaktiv69,2 %75,0 %66,7 %77,8 %
PDF-Dokument online, interaktiv25,6 %37,5 %26,7 %22,2 %
HTML-Dokumente (nicht serverbasiert)48,7 %37,5 %46,7 %22,2 %
Webseiten (serverbasiert)35,9 %12,5 %26,7 %11,1 %
Embedded Help Machine (Online-Hilfen HTML-Help, Java-Help etc.)23,1 %25,0 %20,0 %0,0 %

 

 

Das Fazit, das aufgrund der Ergebnisse gezogen werden kann, lautet: Print- und Online-Dokumentation sind keine Konkurrenz füreinander. Sie ergänzen sich, und welches Medium für die Publikation jeweils gewählt wird, wird in Abhängigkeit verschiedener Faktoren abgewogen. Nach wie vor sind jedoch für die Herstellung von Printdokumentation rechtliche Pflichten ausschlaggebend (weitere Hinweise dazu im Opens internal link in current windowtekom-Leitfaden Betriebsanleitungen, im Opens internal link in current windowtekom-Leitfaden Sicherheits- und Warnhinweise sowie im Opens internal link in current windowtekom-Normenkommentar zur EN 82079-1).

Hier noch die weiteren Branchenkennzahlen im Telegrammstil:

In der Industrie und Dienstleistung sind derzeit mindestens 86.130 Personen in der Technischen Kommunikation beschäftigt. Davon sind schätzungsweise 11.126 im Bereich Dienstleistung tätig. Ermittelt wurde für das laufende Jahr 2015 ein Arbeitskräftebedarf in der Technischen Kommunikation von etwa 3.608 Stellen. Nach den Ergebnissen aus der Befragung nach einer subjektiven Einschätzung des Bedarfs an Fachkräften für die Technische Kommunikation gehen 27,2 % von einem sehr hohen Bedarf aus und 63,4 % schätzen den Bedarf hoch ein.

Wie aus der nachfolgenden Grafik hervorgeht, ist die Zufriedenheit der in der Technischen Kommunikation Beschäftigten sehr hoch. Fast ein Drittel ist sehr zufrieden, mehr als die Hälfte der Befragten sind zufrieden. Unzufrieden mit ihrem Tätigkeitsbereich sind lediglich rund 4,0 % der Befragungsteilnehmer.

Die vollständigen Branchenkennzahlen mit weiteren Informationen, etwa zur Verbreitung von Opens internal link in current windowStrukturierungsstandards oder zur Bedeutung von Opens internal link in current windowDITA, können Sie Opens internal link in current windowhier kostenlos herunterladen.