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23.09.2016

Artikelserie zur tekom-Jahrestagung 2016

Augmented Reality in der Technischen Dokumentation: redaktionsorientierte Lösung

Kiriaki Kampouridou

Im Vortrag "Redakteur ohne CAD-Erfahrung sucht Augmented Reality" geht Christoph Beckmann (DOCUFY GmbH) auf den Bedarf an spezifischen CAD- und IT-Lösungen ein, um AR-Inhalte bereitzustellen. Der Produktmanager für mobile Technische Dokumentation präsentiert eine redaktionsorientierte Lösung in der Praxis. Erfahren Sie hier mehr über die Hintergründe.

1. Warum behandeln Sie gerade dieses Thema?
Aus unserer Sicht ist Augmented Reality – also die Möglichkeit, (Zusatz-) Informationen über dem Live-Kamerabild der Maschine auf mobilen Endgeräten anzeigen zu lassen – ein starkes Zukunftsthema für die Technische Dokumentation. Besonders für die Redaktionen und die noch effizientere Nutzung bereits bestehender Inhalte sehen wir großes Potenzial.

Bei den momentan verfügbaren, kundenzentrierten AR-Apps großer Anbieter lässt sich ein typisches Muster erkennen: AR ist ein Enabler von Interaktion, d.h., Benutzer halten ihr Smartphone oder Tablet über die Maschine und bekommen die dazugehörigen Informationen direkt auf den Bildschirm. Diese Informationen stammen aus dem Handbuch, das die Technische Redaktion bereits erstellt hat. Für die Redaktionen entsteht also kaum Mehraufwand – der Mehrwert für die Anwender der AR-App ist jedoch enorm.
Dieser Weiterverwertungsgedanke deckt sich zudem zu 100 Prozent mit unserer Unternehmensstrategie der Multi-Level-Dokumentation: die Inhalte aus der Technischen Doku auch für andere Unternehmensbereiche nutzbar und verwertbar zu machen. Und das auf einfache und unkomplizierte Weise – womit wir schon beim nächsten Problem wären: Die aktuell auf dem Markt verfügbaren Apps sind bisher meist aufwendige Spezialanwendungen. Und das obwohl eigentlich die Inhalte im Vordergrund stehen sollten (und auch bereits existieren) – die AR-Apps zukünftig als Standardprodukte zu realisieren, sollte also das erklärte Ziel sein.


2. Wie haben Sie Expertise auf diesem Gebiet erworben?

Die Standardantwort auf diese Frage würde die lange Tradition von DOCUFY im Bereich der Technischen Dokumentation nennen. Das ist richtig, aber nicht zu vergessen ist, dass wir mit den Innovationspartnern kothes! und RE’FLEKT unglaublich starke Partner mit an Bord haben. Für die Expertise ist außerdem der Bezug zur Praxis immer ganz wichtig, und da konnten wir glücklicherweise auf den Input der SIG Combibloc zurückgreifen. Ich persönlich habe während meiner früheren Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter bereits zu Augmented Reality in Bezug auf Endbenutzer geforscht und konnte diese Erfahrungen mit einfließen lassen.

3. Warum ist dieses Thema aktuell bzw. ein Trendthema?

AR begeistert seit den ersten Prototypen in den 1990ern. Für den Trend in der Technischen Dokumentation gibt es drei Gründe.

Erstens der Mehrwert: Gerade im Service für große Anlagen oder Einzelanfertigungen können Techniker gut durch AR-Apps unterstützt werden. Sicher nicht bei allen Arbeitsschritten, aber bestimmt bei komplexen Prozeduren, Wartungen oder bei Arbeitsschritten, die von Anwendern durchgeführt werden sollen.

Zweitens die Marktsituation: Hersteller möchten von ihren Kunden als innovativ wahrgenommen werden – gerade für Endkunden, für Schulungszwecke für Neukunden oder Wartungsarbeiten vor Ort gilt eine AR-App als innovatives Plus und erlaubt das eigenständige und intuitive Erkunden der Maschine.

Drittens die Verfügbarkeit der Technologie: Die Smartphones heutzutage sind sehr leistungsfähig und ermöglichen die Nutzung von AR-Apps. AR-Spezialhardware wie vor 20 Jahren ist dadurch nicht mehr nötig.

4. Was möchten Sie den Teilnehmern vermitteln?
Augmented Reality ist eine neue Art des Informationszugangs, die zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Anforderung an die Inhalte wird daher jetzt auch an die Redaktionen herangetragen – besonders hinsichtlich Qualität. Aber die redaktionellen Prozesse sind bislang nicht auf AR-Spezialanwendungen ausgelegt und erfordern viel Know-how außerhalb der Redaktion. Im Vortrag zeige ich sowohl ein Konzept als auch eine Umsetzungsmöglichkeit, wie AR-Apps im redaktionellen Prozess mit viel Know-how aus der Redaktion realisiert werden können.

5. Was können die Teilnehmer an Wissen für ihren beruflichen Alltag mitnehmen?
Keine Scheu vor AR zu haben: Wenn die Marketing-Abteilung sagt „wir brauchen für unsere Kunden oder unseren Service eine hippe AR-App und ihr in der TechDok habt doch schon alles“, dann können sich die Kolleginnen und Kollegen in der Technischen Dokumentation sicher sein, ihre Prozesse und Qualitätssicherungsprozesse weiterhin nutzen zu können. Der Aufwand, so eine AR-App aufzusetzen, braucht nicht immens zu sein, sondern lässt sich durch eine gute Integration in die Arbeitsweise der Redaktion minimieren.
 

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