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2016

Grundlagen | Umfragen | 17 Systeme im Vergleich

Terminologiemanagement – ein aktueller Marktüberblick

Natascha Pfeiffer

Seit Erscheinen der Norm IEC/EN 82079-1 führt in der Technischen Kommunikation kein Weg mehr am Thema Terminologie vorbei: Die Norm fordert sowohl die Durchgängigkeit (Konsistenz) als auch die Angemessenheit (Adäquatheit) von Terminologie in produktbegleitenden Informationen. Die aktualisierte zweite Auflage der tekom-Terminologiestudie hilft bei der praktischen Umsetzung.

Ein Blick in die Praxis zeigt, dass in einem Unternehmen zahlreiche Abteilungen Benennungen für Produktteile vergeben: Forschung und Entwicklung, Konstruktion, Produktmanagement, Vertrieb, Marketing, aber auch Public Relations, Lagerhaltung, Technische Redakteure und Übersetzer – teilweise für unterschiedliche interne und externe Zielgruppen. Die Folgen: häufige und kostenintensive interne Missverständnisse, ineffiziente Arbeitsprozesse, unnötige Rückfragen, höhere Übersetzungskosten, mehr Korrekturschleifen, rechtliche Probleme und konfuse Kundenkommunikation – um nur einige Aspekte herauszugreifen. Mehr denn je sind Unternehmen daher existenziell und im globalen Maßstab herausgefordert, für alle Zielgruppen und -märkte verständliche Wörter bzw. Benennungen zu vereinbaren und diese Benennungen auch konsistent als Teil ihrer (meist mehrsprachigen) Unternehmens- und Markenkommunikation zu verwenden.

Dies gilt insbesondere dann, wenn Nutzerinformationen für die Nutzung von Produkten erstellt werden. Grund hierfür ist die international gültige Norm IEC/EN 82079-1, die Anforderungen an Gebrauchsanleitungen zusammenfasst, die gleichermaßen für die Nutzung von Kleinstprodukten wie auch für komplexe Industrieanlagen gelten. In terminologischer Hinsicht fordert die IEC/EN 82079-1 zum einen die Anpassung der Terminologie an die jeweilige Zielgruppe (Zielgruppenadäquatheit), zum anderen deren konsistente Verwendung in allen produktbegleitenden Nutzerinformationen, Unterlagen und Begleitpapieren (vgl. Opens internal link in current windowtekom-Normenkommentar, Kapitel 7.3 Terminologie).

Die Regelungsinhalte der Norm zum Thema Terminologie im Einzelnen:

  • Die Terminologie muss in allen produktbegleitenden Unterlagen und Begleitpapieren (auch Online-Informationen, Werbung, Label und Verpackungen) konsistent sein (Normabschnitte 4.1.3, 5.15.5, 6.1.4).
  • Die Terminologie muss für die Öffentlichkeit im Allgemeinen verständlich sein, es sei denn, die Benutzerinformation ist für eine bestimmte Zielgruppe mit speziellen Kenntnissen gedacht (4.8.2.3). Die Bedeutung von Fachausdrücken muss erklärt werden (4.8.2.3).
  • Die Konsistenz von Terminologie muss durch einen Redaktionsleitfaden ("editorial style guide") konzeptionell geregelt werden (6.1.4, auch als Unterpunkt in 6.1.2, Anhang D.3 c).

Trotz dieser eindeutigen normativen Anforderungen wird in Unternehmen Terminologiearbeit oft noch kontrovers diskutiert: Manche stellen vorwiegend die Aufwands- und Kostenseite in den Vordergrund ihrer Überlegungen, andere erkennen konzeptionelle Terminologiearbeit inzwischen als unabdingbares Muss im Hinblick auf Qualitätsverbesserungen, Effizienzsteigerungen und einheitliche Unternehmens- und Markenkommunikation.

Um diese Diskussionen mit fundierten Informationen abzusichern und praktische Hilfen anzubieten, werden in der vorliegenden Studie zahlreiche Kosten- und Nutzenaspekte der Terminologiearbeit untersucht und durch empirische Daten (Kennzahlen) belegt.

Auf insgesamt 286 Seiten enthält die Opens internal link in current windowaktualisierte zweite Auflage der tekom-Terminologiestudie u.a. Kapitel über die theoretische Basis der Terminologiearbeit, 33 wichtige Gründe für Terminologiearbeit, Anwendererfahrungen und Fallstudien, Kennzahlen für eine Kosten- und Nutzenanalyse, eine aktuelle Marktübersicht zu 17 Systemen für die Terminologieverwaltung, Terminologieextraktion und Terminologiekontrolle sowie eine Beschreibung aller wichtigen Funktionen von Softwaresystemen für die Terminologiearbeit. Ferner fasst die Studie Ergebnisse einer umfangreichen Online-Umfrage zur praktischen Terminologiearbeit in Unternehmen zusammen – eine Fundgrube für alle, die in ihrem Unternehmen das Thema Terminologie/Terminologiearbeit voranbringen wollen.

Weitere Hinweise zur redaktionellen Umsetzung der geforderten terminologischen Konsistenz von Benutzerinformationen bieten der tekom-Normenkommentar zur EN 82079-1 sowie die tekom-Leitlinien "Regelbasiertes Schreiben – Deutsch für die Technische Kommunikation" und "Englisch für deutschsprachige Autoren".

Für wen ist die Terminologiestudie wichtig?

Technische Redakteure, Technische Illustratoren, Technische Linguisten, Redaktionsleiter, Softwaredesigner, Programmierer, Lokalisierer, Terminologen, Lektoren, Produktmanager, Ingenieure, Projektmanager, Berater, Lieferanten, Übersetzer, Unternehmensverantwortliche im Bereich Technische Kommunikation, Informationsmanager, Vertriebsmanager, Wissensmanager, Qualitätsmanager, Marketingmanager, Servicemanager, Schulungsverantwortliche, Einkäufer von Übersetzungsdienstleistungen, Verantwortliche für Lieferantenmanagement usw.

Autoren

Prof. Dr. Klaus-Dirk Schmitz, Dr. Daniela Straub

Inhaltsverzeichnis

  1. Zusammenfassung
  2. Terminologie, Terminologielehre und Terminologiearbeit
  3. 33 Gründe für Terminologiearbeit
  4. Kosten-Nutzen-Analyse: Schritt für Schritt
  5. Konzeptionelle Basis der Terminologiearbeit im Unternehmen
  6. Praktische Terminologiearbeit
  7. Beispiel einer Kosten-Nutzen-Analyse
  8. Status quo: Empirische Ergebnisse über Terminologiearbeit
  9. Beschreibung der Tool-Funktionalitäten
  10. Eingabe von Daten und Qualitätssicherung
  11. Systemüberblick (17 Werkzeuge im detaillierten Vergleich: Anbieterangaben, Funktionalitäten, technische Anforderungen usw.)
  12. Unternehmensbeispiele und Erfahrungsberichte
  13. Verzeichnisse

Bibliografische Informationen

DIN A4, 286 Seiten, 2. aktualisierte Auflage 2016
ISBN 978-3-9812683-5-5 (Softcover und eBook PDF)

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