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Schriftenreihe zur Technischen Kommunikation

tekom-Jahresgabe 2002

Lokalisierung von Technischer Dokumentation

Jörg Hennig, Marita Tjarks-Sobhani, Jörg Michael

Lokalisierung ist die Erstellung von sprachlich, kulturell und technisch an einen lokalen Markt angepassten Produkten und Dienstleistungen. In diesem Sammelband werden erstmalig umfassend die wichtigsten Aspekte und Probleme der Lokalisierung von Technischer Dokumentation behandelt. Das Themenspektrum reicht von rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen über den Einsatz von Tools bis hin zu Ausbildung und zum Umgang mit Bildern.

Wenn es als unbefragte Selbstverständlichkeit zu gelten hat, dass jede Käuferin und jeder Käufer ein Recht darauf hat, ein erworbenes Gerät, eine Software oder ein Werkstück optimal und gefahrlos nutzen zu können, dann muss die beigegebene Technische Dokumentation dafür die Voraussetzungen schaffen. Insofern mag es verwunderlich erscheinen, dass es rechtlicher Regelungen bedürfen sollte, den Nutzern zu einer Dokumentation in einer Sprache zu verhelfen, mit der sie selbst vertraut sind, und das ist für die meisten Menschen die Sprache, die in ihrem unmittelbaren gesellschaftlichen Umfeld gesprochen wird.

Sprache ist nicht nur irgendein Verständigungsmittel neben anderen; Sprache ist die wichtigste Kulturtechnik der Menschen. Sie ermöglicht es, so etwas wie kulturelle Identität zu entwickeln und zu bewahren. Deshalb reicht es nicht aus, den Umgang mit wichtigen und notwendigen Objekten des Alltags- und Berufslebens durch ein abstraktes Zeichensystem zu ermöglichen; Übersetzen von einer Sprache in eine anderen in diesem 'verdünnten' Sinn ist zu wenig. Was aber das 'Mehr' ausmacht, darum geht es in einer ganzen Reihe von Beiträgen in diesem Band.

Es bedarf überhaupt nicht des inzwischen arg strapazierten und auch ideologisch aufgeladenen Begriffs der Globalisierung, um uns deutlich zu machen, dass wir ohne Produkte aus anderen Ländern und ohne die Möglichkeit, unsere Erzeugnisse in andere Länder zu exportieren, nicht überleben können. In beiden Fällen sind Fachleute für Technische Dokumentation an der Erstellung der notwendigen Dokumentationstexte beteiligt.

Die Wahl des jeweiligen Themas der Reihe 'Schriften zur Technischen Kommunikation' bewegt sich immer zwischen Aktualität und dauerhafter Relevanz. Bei diesem Sammelband hat sicher die Aktualität das Übergewicht: Die Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft in der gegenwärtigen Situation erfordert alle Anstrengungen, um hier hergestellte Produkte in anderen Ländern akzeptabel und damit absetzbar zu machen. Die Dokumentation darf deshalb nicht nur irgendwie 'verständlich' sein, sondern muss den Nutzerinnen und Nutzern in ihrer eigenen sprachlich-kulturellen Identität begegnen.

Herausgeber

Prof. Dr. Jörg Hennig und Prof. Dr. Marita Tjarks-Sobhani

Autoren

Prof. Steffen-Peter Ballstaedt, Michel Décombe, Karl-Heinz Freigang, Prof. Dr. Susanne Göpferich, Prof. Dr. Jörg Hennig, RA Jens-Uwe Heuer, Michael Kemmann, Christian Lieske, Dr. Felix Mayer, Uwe Mügge, Angelika Ottmann, Hans-Joachim Pajatsch, Prof. Dr. Klaus-Dirk Schmitz, Prof. Dr. Marita Tjarks-Sobhani, Dr. Norbert Weitzel, Angelika Zerfaß

Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung (Hennig/Tjarks-Sobhani)
  • Lokalisierung: Konzepte und Aspekte (Schmitz)
  • Lokalisierung und Übersetzung: Abgrenzung – Zuständigkeiten – Ausbildung (Göpferich)
  • Ausbildung von Lokalisierungsfachleuten (Décombe/Meyer)
  • Rechtliche Aspekte der Lokalisierung (Heuer)
  • Das Management von Lokalisierungsprojekten (Pajatsch)
  • Terminologiearbeit in Software-Entwicklung und -Lokalisierung (Kemmann)
  • Lokalisierung und Maschinelle Übersetzungssysteme (Mügge)
  • Überblick über Translation-Memory-Tools (Freigang)
  • Software-Lokalisierung (Ottmann)
  • XML im GILT-Umfeld: Wie Markup-Sprache bei der Übersetzung großer Applikationen hilft (Lieske/Weitzel)
  • Zur Lokalisierung von Bildern (Ballstaedt)
  • Wie die Dokumentationserstellung die Übersetzbarkeit beeinflusst (Zerfaß)

Format 14,8 x 21 cm, 234 Seiten, broschiert, 2002, ISBN 978-3-944449-18-0

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