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Schriftenreihe zur Technischen Kommunikation

Motortechnik und Sprache

Kommunikation in der Technik

Stefan Zima, Jörg Michael

Sprache ist noch vor den 'typischen' Kommunikationsinstrumenten von Technikern, nämlich der technischen Zeichnung, der mathematischen Formel oder der grafischen Darstellung, das international wichtigste Arbeitsmittel in der Technik. Inner- wie außerbetrieblich nimmt die Bedeutung von multilingualer fachlicher Kommunikation zu. Eine komplexer werdende Technik muss immer mehr Menschen verständlich gemacht werden, so dass Fachkommunikation zu einem wichtigen Bestandteil auch technischer Dienstleistungen geworden ist. Deshalb kommt es nicht mehr allein auf den fachlichen Inhalt, sondern auch auf die sprachliche Gestaltung und Präsentation technischer Sachverhalte in einem internationalisierten Umfeld an.

Die Umstrukturierung in der Industrie hin zu flachen Hierarchien führte dazu, dass heutige Sachbearbeiter sprachlich (sei es mündlich oder schriftlich) weit mehr gefordert werden, als das früher der Fall gewesen ist. Abhandlungen, Protokolle, Niederschriften, Briefe, die früher von Sachbearbeitern verfasst wurden, schrieb eine Sekretärin 'ins Reine', wurden von dem/den nächsthöheren Vorgesetzten durchgesehen und gingen erst dann an den Empfänger. Heute schreibt der Sachbearbeiter den Text, überprüft ihn allenfalls mit einem – mehr oder weniger guten – Rechtschreibprogramm und sendet ihn per Faxgerät oder E-Mail an den Empfänger. Das bedeutet, der Text muss nun auf Anhieb 'stimmen'. Zudem gerät Technische Kommunikation immer auch wieder ins Fadenkreuz der Justiz, weil Produkthaftung weiter gefasst wird und unzureichende, fehlerhafte oder missverständliche Technische Dokumentationen in der neueren Rechtsprechung Konstruktionsfehlern gleichgesetzt werden.

Das alles verlangt einen bewussten und gezielten Gebrauch der Sprache als Arbeitsmittel – und von Ingenieuren und Technikern ein besseres sprachliches Ausdrucksvermögen, als ihnen in Studium und Ausbildung vermittelt wird. Neue Tätigkeitsfelder im Bereich Technische Kommunikation sind entstanden, für die an Hochschulen eigens Lehrgebiete wie Technische Dokumentation, insbesondere Kommunikation und Sprache geschaffen worden sind.

Sprache ist aber nicht nur ein Mittel der Kommunikation, sondern auch der geistigen Durchdringung und Verarbeitung – ein Mittel der Erkenntnisgewinnung also! Durch Formulieren eines Sachverhalts setzt man sich mit ihm auseinander und erschließt sich den Zugang zu ihm. Wegen der internationalen Bedeutung der Sprache in der Technik genügt es nun nicht mehr, lediglich nach "Kochrezepten" der Art vorzugehen: 'Wie schreibe ich einen Bericht?' oder 'Wie sage ich es treffend?', sondern es bedarf – wie bei allen technischen Disziplinen – eines Hintergrundwissens, das einen befähigt, richtig und zielgerichtet mit der Sprache umzugehen – mündlich wie schriftlich.

Der 'Sprachbedarf' von Fachsprachen – im Allgemeinen wie in der Motortechnik im Besonderen – ist groß, nicht nur weil Tausende von Motorteilen, sondern weil auch das ganze Motorumfeld, Motorfunktionen und -eigenschaften, d.h. motorspezifische Abstrakta, international und damit multilingual benannt werden müssen. Eine besondere Rolle im Wortschatz der Motortechnik spielen auch Metaphern mit ihrem gedanklichen Hintergrund ('mentales Modell'), die wichtige Funktionen beim Verständnis und bei der Vermittlung schwieriger Zusammenhänge und Vorgänge erfüllen.

Mit diesem Buch soll Ingenieuren im Beruf wie Studenten technischer Studiengänge, Beschäftigten im Technischen Marketing, Vertrieb, PR, Presse, also Öffentlichkeitsarbeit ganz allgemein, und darüber hinaus allen an der Sprache Interessierten ein Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten des 'Arbeitsgeräts' Fachsprache gegeben werden. Problembewusstsein für wie Interesse an sprachlichen Fragen im Zusammenhang mit der Technik sollen gleichermaßen geweckt werden.

Gegenstand dieses Buchs ist die Sprache der Motortechnik als einer Untergruppe der Fachsondersprache des Maschinenbaus. Ausführlich erklärt die vorliegende Monografie Inhalt, Entstehen, Stile und Wandel von technischen, insbeondere motortechnischen Fachwörtern. Mit der Untersuchung und Auswertung von motortechnischen Unterlagen wie Stücklisten, Baubeschreibungen, Berichten, Bedienungsanleitungen, aber auch motortechnischer Texte (Fachbücher, Fachzeitschriften), Biographien und schöngeistiger Literatur, soweit sie Bezug auf motortechnische Themen nehmen, von Marketing, PR, Presse bis zur "automobilen Regenbogenpresse" wird ein Überblick über Sprache und Sprachgebrauch dieses speziellen Technikbereichs gegeben. Dabei werden Textdeklarationen und Textformen, Inhalte und Funktion von Texten sowie deren Handlungsmuster erläutert. Stile und Stilwandel lassen Rückschlüsse auf sprachliche, technische und zeitgeschichtliche Entwicklungen zu. Zusammenfassend werden Sprachbarrieren und einschlägige Schwierigkeiten beim Formulieren komplexer und unanschaulicher technischer Zusammenhänge als Grenze sprachlicher Informationsvermittlung in der (Motor-)Technik aufgezeigt.

Herausgeber

Prof. Dr. Jörg Hennig und Prof. Dr. Marita Tjarks-Sobhani

Autor

Prof. Dr.-Ing. Stefan Zima studierte Maschinenbau an der TU Berlin, während des Studiums Ausbildung zum Lokomotivführer bei der Deutschen Bundesbahn, nach Abschluss des Studiums Ingenieur-Assistent auf Schiffen der Handelsmarine, Tätigkeit als Entwicklungsingenieur bei der MTU Friedrichshafen GmbH, 1977 Berufung an die FH Gießen-Friedberg für das Lehrgebiet Kolbenmaschinen. Vorlesungen über Verbrennungsmotoren, Tribologie, Technikbewertung und Arbeitsmethodik.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Einleitung
  • 2 Technik und Sprache
  • 3 Fachwörter
  • 4 Metaphern in der Motortechnik
  • 5 Texte in der Motortechnik
  • 6 Inhalte von Fachtexten
  • 7 Sprachlicher Stil
  • 8 Stilwandel
  • 9 Probleme und Grenzen sprachlicher Informationsvermittlung
  • 10 Zusammenfassung
  • 11 Literatur
  • 12 Abbildungen, Index

Format 14,8 x 21 cm, 275 Seiten, broschiert, 2002, ISBN 978-3-944449-17-3

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