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Reihe tekom-Hochschulschriften

Technische Dokumentation für Senioren

Jörg Michael

Oft bieten Vorurteile über alternde Menschen ein einfaches Bild: Ältere können immer weniger und wollen fast nichts mehr. Das Selbstbild der 'neuen' Alten ist anders: Sie sind aktiv, treiben Sport, reisen gern, arbeiten in Haus und Garten, sind sozial engagiert und nutzen moderne Alltags- und Kommunikationstechnik. Bei aller Euphorie über die Dynamik der 'jungen Alten' gibt es aber auch Restriktionen, die nicht wegzudiskutieren sind. Diese Restriktionen sollte man als Technischer Redakteur kennen und in der Zielgruppenanalyse und Informationsvermittlung berücksichtigen.

Steigender Wettbewerbsdruck veranlasst Geräte- und Softwarehersteller, ihre Produkte mit zahlreichen Funktionen zu versehen. Sie wollen so einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern erzielen, der kaufkräftige Zielgruppen (z.B. Senioren) erreicht und sich in Verkaufszahlen und Umsatz niederschlägt. Komplexere Funktionen und steigende Funktionsvielfalt bedeuten in der Regel aber auch, dass Produkte (Software, Systeme, Dienstleistungen etc.) erklärungsbedürftiger werden. Gute Anleitungen für Endkunden – speziell ältere Menschen – sind also mehr denn je ein Wertschöpfungsbeitrag für die zukünftige Geschäftsentwicklung.

Leider gilt nach wie vor, dass manche Hersteller den Nutzen hochwertiger und zielgruppengerechter Produktinformationen und Anleitungen zu wenig erkennen. Die Kehrseite dieser Entwicklung besteht darin, dass Verbraucher (mit Ausnahme technikaffiner Enthusiasten) viele Geräte- oder Programmfunktionen überhaupt nicht nutzen. Manche Verbraucher treten sogar in einen regelrechten Käuferstreik: "Warum sollte ich Produkt X kaufen, wenn mir dessen Funktionen nicht verständlich erklärt werden?" Auch überlastete Hotlines und sprunghaft ansteigende Supportkosten sprechen Bände, dass technikerklärende Informationen nicht zielgruppengerecht aufbereitet wurden.

Die zukünftige Bevölkerungsentwicklung – mit einer starken Zunahme der über 50-jährigen (Generation 50+) – wird diese Problematik noch verschärfen. Für Industrie und Handel reicht es daher nicht mehr aus, einfach nur aus Marketinggründen das Eitikett 'seniorengerecht' zu verwenden, technikerklärende Informationen aber nicht an die speziellen Bedürfnisse und Restriktionen älterer Nutzer anzupassen. Nur wer die kaufkräftigen älteren Kunden ernstnimmt und ihnen den sicheren, effektiven und effizienten Umgang mit modernen und komplexen Produkten ermöglicht, kann bei der Generation 50+ punkten und Wettbewerbsvorteile erzielen. Zielgruppengerechte Dokumentationen und restriktionsgerechte Informationsprodukte tragen erheblich zu dieser lukrativen Marktpositionierung bei.

Herausgeber

Prof. Dr. Jörg Hennig, Prof. Dr. Marita Tjarks-Sobhani, Prof. Dr. Clemens Schwender

Autoren

Prof. Dr. Clemens Schwender, Dr. Claudia Voelcker-Rehage, Prof. Dr. Caja Thimm, Dr. Ute Rademacher, Prof. Dr. Lenelis Kruse, Prof. Dr. Matthias Göbel, Prof. Dr. Jae Woo Yoo, Prof. Dr. Georg Rudinger, Jutta Croll, Ulrike Peter, Christoph Köhler, Günter Born

Inhaltsverzeichnis

Technische Dokumentation für Senioren

  • 1 Eindenken in eine neue Zielgruppe (Schwender)
  • 2 "Körper und Geist" – Physiologie und Psychologie des Alterns (Voelcker-Rehage)
  • 3 Altersstereotype und patronisierende sprachliche Mitteilungen: Merkmale der altersangepassten Sprache bei technischen Instruktionen für ältere Menschen (Thimm, Rademacher, Kruse)
  • 4 Anforderungen älterer Menschen an moderne Technik und deren Dokumentation (Göbel, Yoo)
  • 5 Alter und Technik (Rudinger)
  • 6 Benutzergerechte und zugängliche Gestaltung von Internetanwendungen für Senioren (Croll, Peter)
  • 7 Vermittlung neuer Medientechnik für Senioren (Köhler, Schwender)
  • 8 Schreiben für Senioren (Born)

Format 14,8 x 21 cm, 156 Seiten, broschiert, 2005, ISBN 978-3-944449-06-7

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