Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass unsere Website über Cookies personenbezogene Daten von Ihnen erhebt. Mehr Informationen Zustimmen und fortfahren

2015

Preisverleihung auf tekom-Jahrestagung 2015

Preisträger intro 2015

(Stuttgart, 10. November 2015) Studierende aus München und Hannover erhalten 2015 den intro, eine Auszeichnung für Ideen und Konzepte, die einen Blick in die Zukunft der Technischen Kommunikation geben. Die Dotierung beläuft sich auf insgesamt 3.500 Euro, überreicht wird der Preis am 10. November auf der tekom-Jahrestagung in Stuttgart.

Studentische Zukunftsprojekte erhalten Auszeichnung

Wie kann die Gebrauchsanleitung von morgen aussehen? Welche Hilfsmittel und Systeme werden in Zukunft benötigt? Und wie lassen sich technische Geräte verständlicher erklären? Um Antworten auf solche Fragen zu erhalten, hat sich die tekom an 25 Hochschulen in Deutschland und Österreich gewandt. Sieben Teams aus Studierenden stellten sich der Herausforderung, entwickelten ihre Zukunftskonzepte und reichten sie als Video und schriftliche Ausarbeitung bei der tekom ein.
Im nächsten Schritt bestimmte eine unabhängige Expertenjury eine Vorauswahl von fünf Einreichungen. Anschließend hatten die etwa 8.000 Mitglieder der tekom das Wort und konnten über die Platzierungen abstimmen. Dazu wurden die eingereichten Videos drei Wochen lang im Internet präsentiert.

Gefährliche Arbeitsschritte entschärfen

Der erste Platz und damit ein Preisgeld von 2.000 Euro geht an Studierende der Hochschule für angewandte Wissenschaften, München. Oswin Breidenbach, Sarah Chase und Christoph Koch haben das Konzept „[S.AR] Secure.AugmentedReality“ entwickelt. Mit dessen Hilfe kann zum Beispiel ein Wartungstechniker oder ein Maschinenbediener bei der Ausführung gefährlicher Arbeiten unterstützt werden. Dazu trägt die Person eine Schutzbrille, in die Displays für Augmented Reality integriert sind. Weitere Bestandteile sind zwei Kameras, die AR-Tracker und die Umgebung erkennen. Die Brille erkennt, wo sich eine Person befindet, welche Tätigkeiten sie ausführt und blendet die passenden Informationen zu den Arbeitsschritten ein. Gesteuert wird die Brille über ein Bedienteil am Handgelenk oder über Spracheingabe. Der Datentransfer passiert über Bluetooth oder WLAN.

Anwendungswissen teilen

Studierende der Hochschule Hannover belegen den zweiten Platz mit einem Preisgeld von 1.000 Euro. Athina Höhn, Jasmin Schröder und Kevin Bachl haben sich damit auseinanderge-setzt, wie sich der Berufsalltag Technischer Redakteure verbessern lässt. Daraus entstanden ist das Projekt „TRiki“, ein Nachschlagewerk mit Anwendungswissen für Software, die vorrangig in der Technischen Redaktion verwendet wird. Auf einer Website werden Informationen nach Vorbild eines Wiki präsentiert. In möglichst kurzen Beiträgen lösen die TRiki-Autoren handlungsorientiert typische Anwendungsprobleme. Die Einträge sind nach TR-relevanten Programmen eingeteilt und möglichst allgemein formuliert. Jeder Eintrag folgt einer vorgegebenen Struktur. Weiterhin sieht das Konzept eine Qualitätsprüfung vor, zum Beispiel durch ehrenamtlich engagierte Redakteure. Als technische Plattform schlagen die Studierenden ein Content-Management-System oder eine spezielle Wiki-Software vor.

Technik leichter verstehen

Mit der Verständlichkeit von Texten in Gebrauchs- und Betriebsanleitungen beschäftigt sich das Team auf dem dritten Platz, verbunden mit 500 Euro. Johannes Fruth, Christian Gleß und Carsten Weck, ebenfalls von der Hochschule Hannover, schätzen, dass etwa zehn Prozent der deutschen Bevölkerung Schwächen beim Lesen und Schreiben hat. Technische Geräte kann diese Gruppe oftmals nur mit großem Aufwand bedienen, da es am Verständnis für die Gebrauchsanleitung hapert. Für diese Menschen muss Technik in einer Sprachvariante vermittelt werden: die „Leichte Sprache“. Ihr Vokabular ist deutlich kleiner, die Grammatik vereinfacht und der Satzbau verkürzt. Allerdings existieren unterschiedliche Regelwerke für Leichte Sprache. Die Studierenden wollen in ihrem Projekt aus allen Regelwerken die Gemeinsamkeiten zusammenführen, in einem neuen Regelwerk aufbereiten und um Regeln aus der Technischen Kommunikation ergänzen. Anschließend soll das Regelwerk im Internet bereitstehen und in ein Werkzeug zur Textprüfung einfließen, das „SimpleLanguageTool“.

Verleihung in Stuttgart

Urkunden und Preisgelder überreichte Michaela Korzer, Mitglied im Erweiterten Vorstand der tekom und dort zuständig für die Nachwuchsarbeit, auf der tekom-Jahrestagung 2015. Zur Tagung kamen etwa 4.000 Teilnehmer und Messebesucher. Geboten wurde ein Programm aus Vorträgen, Workshops und Tutorials. Darüber hinaus zeigten etwa 170 Unternehmen Branchenneuheiten und redaktionelle Dienstleistungen. Veranstaltungsort war das Internationale Congresscenter (ICS) in Stuttgart.