Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass unsere Website über Cookies personenbezogene Daten von Ihnen erhebt. Mehr Informationen Zustimmen und fortfahren

Fachzeitschrift ’technische kommunikation’ 2/2013

Meinungen der Gutachter

Intensive Weiterbildung

Jutta Kowalski

Claudia Riese, Melanie Gutjahr und Thomas Jesinger sind drei von etwa 50 Gutachtern, die jedes Jahr beim Dokupreis mitarbeiten. Was reizt sie an einer Aufgabe, die auf den ersten Blick kaum persönliche Vorteile verspricht?

Vier Fragen an Claudia Riese
Technische Redakteurin, Tunstall GmbH

Was hat Sie motiviert, sich als ehrenamtliche Gutachterin beim Dokupreis zu bewerben?

2008 war ich selbst Preisträgerin beim Dokupreis. Danach hat es mich gereizt, einmal hinter die Kulissen zu schauen. Die Tätigkeit hat mir so gut gefallen, dass ich nun schon im vierten Jahr dabei bin.

Welchen fachlichen Schwerpunkt bringen Sie in das Dokupreis-Verfahren ein?

Stammkriterium: Gliederung und Text
Produktarten: Elektrotechnik, Software
Dokumentationsart: Schwerpunkt Printdokumentation, Online-Hilfen

Welcher Aspekt der Gutachtertätigkeit ist Ihnen besonders wichtig?

Aus der Gutachtertätigkeit ziehe ich einen großen Nutzen für meine eigene Arbeit. Ich bleibe bei den Qualitätskriterien für Technische Dokumentation auf dem Laufenden. Das Gutachterwochenende in Stuttgart nutze ich jedes Mal auch gerne dazu, mich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen, da ich im Arbeitsalltag die einzige Technische Redakteurin im Unternehmen bin.

An welches besondere Erlebnis erinnern Sie sich?

Der Praxistest der meisten Dokumentationen findet in der tekom-Geschäftsstelle statt. Dort herrscht immer eine ganz besondere Atmosphäre, wenn die verschiedensten Produkte in Betrieb genommen werden. So kann es vorkommen, dass ein Gutachter den Teppichboden staubsaugt, während ein anderer eine Bohrmaschine startet. Nebenan wird eine Modellpuppe mit einem Defibrillator wiederbelebt. Zwei Gutachter sind in Motorradkluft auf dem Weg in die Tiefgarage, mit der Bedienungsanleitung für das Motorrad in der Hand.

Vier Fragen an Melanie Gutjahr
Technische Redakteurin Multimedia, picturesafe media/data/bank GmbH

Was hat Sie motiviert, sich als ehrenamtliche Gutachterin beim Dokupreis zu bewerben?

Ich selbst möchte verständliche und benutzerfreundliche Technische Dokumentation erstellen und diese immer weiter verbessern. Durch die Tätigkeit als ehrenamtliche Gutachterin habe ich die Möglichkeit, mein Wissen und meine Erfahrungen weiterzugeben, aber auch selbst immer wieder etwas dazuzulernen.

Welchen fachlichen Schwerpunkt bringen Sie in das Dokupreis-Verfahren ein?

Nach meiner Ausbildung zur Technischen Zeichnerin (Maschinenbau) und Weiterbildung zur Technischen Redakteurin Multimedia war ich viele Jahre in der Technischen Dokumentation und Schulung im Sondermaschinenbau und der Softwareentwicklung tätig. 2006 habe ich ein nebenberufliches Masterstudium Technische Kommunikation abgeschlossen. Seit über 15 Jahren erstelle ich unter anderem auch kontextsensitive Online-Hilfen für Software.

Welcher Aspekt der Gutachtertätigkeit ist Ihnen besonders wichtig?

Die persönlichen Gespräche mit den anderen Experten beim Gutachtertreffen. Das Lernen aus den vorhandenen Fehlern, aber noch mehr aus den besonders guten Lösungen.

An welches besondere Erlebnis erinnern Sie sich?

Einmal habe ich eine Hilfe-Datei geöffnet, die nur Striche, Balken und ein paar Grafiken enthalten hat, diese immerhin zum Teil farbig. Wie sich auf Nachfrage herausgestellt hat, wurde vergessen, die Schriften in die PDF-Datei einzubetten.

Vier Fragen an Thomas Jesinger
Koordinator internationale Kundenprojekte, Festo AG & Co. KG

Was hat Sie motiviert, sich als ehrenamtlicher Gutachter beim Dokupreis zu bewerben?

Das erste Mal 2006 aus Neugier und angespornt durch Arbeitskollegen, die bereits als Gutachter dabei waren. Beim Gutachtertreffen habe ich schnell Feuer gefangen: Trotz des hohen Arbeitspensums blieb immer Zeit für fachliche Diskussionen und persönliche Gespräche. Beim gemeinsamen Abendessen war man schnell per „Du“ und es sind einige Freundschaften entstanden, die heute noch bestehen.

Welchen fachlichen Schwerpunkt bringen Sie in das Dokupreis-Verfahren ein?

Print im Bereich Maschinenbau,
Elektrotechnik, Automatisierungstechnik
Stammkriterium: Gliederung und Text

Welcher Aspekt der Gutachtertätigkeit ist Ihnen besonders wichtig?

Für mich ist die Tätigkeit als Gutachter wie eine intensive Weiterbildung. Da wir ein breites Spektrum an Dokumentation aller Art begutachten, lernt man andere Konzepte und Sichtweisen kennen und bleibt so im Bereich der Technischen Dokumentation auf dem Laufenden. Ein Blick über den eigenen Tellerrand und auch mal die eigene Arbeit kritisch zu hinterfragen tut einfach gut!

An welches besondere Erlebnis erinnern Sie sich?
Es gibt jedes Jahr Produkte, bei denen der „Vergleich Doku/Produkt“ besonders Spaß macht. Ich denke da zum Beispiel an die Begutachtung eines „Getränkekühl- und Zapfgeräts“. Dass dabei echter Gerstensaft gezapft wurde, ist natürlich nur ein Gerücht, denn die Urteilsfähigkeit der Gutachter darf ja nicht beeinflusst werden.