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technische kommunikation 4/2004

Ergebnisse der tekom-Gehaltsumfrage

Gehaltsspiegel sorgt für bessere Transparenz

Daniela Straub

Ende 2003 startete die tekom eine Mitgliederumfrage über die Zusammensetzung und das Niveau der Gehälter in der Technischen Dokumentation. Ziel war, den Mitgliedern zuverlässige und aktuelle Informationen über die derzeitige Einkommenssituation von Technischen Redakteuren in Deutschland zur Verfügung zu stellen. Der aktuelle Gehaltsspiegel sorgt für mehr Transparenz und ist eine Orientierungshilfe hinsichtlich des Einkommensniveaus von Angestellten verschiedener Führungspositionen in Industrie und Dienstleistung. Der Gehaltsspiegel ist fertig und steht den tekom Mitgliedern nun komplett zur Verfügung. Nichtmitglieder können den Artikel und den zusätzlichen Tabellenergebnissen als PDF-Datei gegen eine Schutzgebühr von 30 Euro zzgl. MwSt. gegen Vorauskasse bei der tekom anfordern: Bitte schicken Sie dazu eine E-Mail an info@tekom.de.

Was verdient ein Technischer Redakteur? Welche Summe sticht im Bewerbungsgespräch? Wie hoch ist das Gehalt eines Redaktionsleiters? Fragen nach dem Gehalt Technischer Redakteure gehören sicherlich zu den am meisten gestellten. Detaillierte Anhaltspunkte liefert die aktuelle tekom-Gehaltsumfrage. 820 tekom-Mitglieder gaben dafür Auskunft über ihre Beschäftigungssituation. Jetzt liegen die Ergebnisse vor, die wir Ihnen an dieser Stelle als Zusammenfassung vorstellen.

Das Interesse an Transparenz und Orientierung im Hinblick auf die finanzielle Situation Technischer Redakteure ist groß. Einen Beweis liefert nicht zuletzt die hohe Umfragebeteiligung von 820 Mitgliedern. Damit sind die Angaben, auf denen der aktuelle Gehaltsspiegel beruht, für tekom-Mitglieder repräsentativ. Mit 78,5 % aller Fragebogen kommen die meisten Rücksendungen aus der Industrie – hier überwiegend aus dem Bereich Maschinenbau (33 %), aus der Softwareentwicklung und IT-Branche (20 %) sowie den Bereichen Elektrogerätehersteller, Elektrotechnik, Messtechnik, Elektronik und Medizintechnik (insgesamt 15 %). Von verschiedenen Dienstleistungsunternehmen (TD-Dienstleister, Übersetzungsbüros, Ingenieurbüros und sonstige Dienstleister) stammen 21 % der Fragebogen. Die restlichen 0,5 % sendeten Hochschulangehörige ein.

Am auskunftsfreudigsten waren die tekom-Mitglieder aus Baden-Württemberg (31 %), Bayern (21 %) und Nordrhein-Westfalen (19 %), was auch die Verteilung der deutschen Industrielandschaft widerspiegelt. 71 % der Antworten lieferten Männer, 29 % Frauen. Diesen Zahlen entspricht ungefähr auch die Zusammensetzung der tekom-Mitgliedschaft. Die Altersverteilung zeigt, dass 19 % der Umfragebeteiligten jünger als 35 Jahre sind, 51 % zwischen 36 und 45 und 30 % älter als 45. Die überwiegende Mehrheit von 78 % hat einen Fachhochschul- oder Universitätsabschluss. Hinsichtlich ihrer Berufserfahrung geben 29 % an, seit weniger als 5 Jahren in der Technischen Dokumentation tätig zu sein, 33 % sind zwischen 5 und 10 Jahren in diesem Bereich beschäftigt und 38 % mehr als 10 Jahre.

Kenngrößen für den Gehaltsvergleich

Die Ergebnisse beziehen sich – wenn nicht anders angegeben – auf die Gehälter von

  • Vollzeitangestellten
  • aus Deutschland
  • in Industrie- oder Dienstleistungsunternehmen
  • mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 35 Stunden
  • oder mit einem Beschäftigungsgrad von mehr als 95 % (Vollzeit).

Obwohl die Gehälter einheitlich für Vollzeitbeschäftigte ausgewertet worden sind, stehen der Entlohnung unterschiedliche Arbeitsleistung (Position im Unternehmen, Verantwortung für Personal, Arbeitszeit und Überstunden), Qualifikationen (Berufserfahrung), persönliche Eigenschaften (Alter, Geschlecht) seitens des Arbeitnehmers gegenüber. Zudem bestimmen Kenngrößen des Arbeitsgebers wie die Mitarbeiterzahl das Lohnniveau.
Um Gehälter vergleichen zu können ist in erster Linie die Position des Mitarbeiters im Unternehmen – Angestellter, leitende Angestellter oder Leitung/Geschäftsführung – ausschlaggebend. Allerdings konnten aufgrund der geringen Anzahl von Fragebögen aus der Gruppe der Mitarbeiter mit Leitungs- und Geschäftsführungspositionen (5 %) statistisch aussagekräftige und repräsentative Ergebnisse für verschiedene Einflussfaktoren nicht berechnet werden. Zudem liegen diesen Positionen meist vertragliche Bedingungen zugrunde, die schwer zu vergleichen sind.

Daher beziehen sich die folgenden Detail-Analysen auf Angestellte und leitende Angestellte. Für die Führungs- und Leitungspositionen werden pauschalere Auswertungen dargestellt.

Gehaltsklassen im Vergleich

Neben der Position im Unternehmen hat die Unternehmensgröße – hier gemessen an der Anzahl der Mitarbeiter – einen bedeutsamen Einfluss auf die Gehaltshöhe. Aus Abbildung 1 geht hervor, dass sowohl das durchschnittliche Jahresbruttogehalt inklusive aller Sonderleistungen monetärer und nichtmonetärer Art als auch das monatliche Bruttogehalt ohne Sonderleistungen bei den Mitarbeitern von Großunternehmen über alle Positionen hinweg deutlich höher ist als das von Mitarbeitern in ähnlicher Position bei kleineren Unternehmen.

Tabelle1 

 

Abb. 1: Jahresbruttoeinkommen inklusive Sonderleistungen und das Bruttomonatsgehalt ohne Sonderleistungen in Unternehmen unterschiedlicher Mitarbeiterzahl und in verschiedenen Positionen

Teilt man das Jahresbruttogehalt inklusive aller Sonderleistungen durch 12 Monate und zieht davon das durchschnittliche Monatsbruttogehalt ohne Sonderleistungen ab, so erhält man eine grobe Schätzung für den monatlichen Anteil an monetären und nichtmonetären Sonderleistungen. Auch hier zeigt sich, dass Großunternehmen mehr Sonderleistungen zahlen als Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern. Eine Erklärung liefert Abbildung 2: Der Anteil an Mitarbeitern, die bestimmte Sonderleistungen erhalten, steigt mit der Unternehmensgröße. Hierbei ähneln sich Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern in ihrer Vergütungsstruktur.

Tabelle2 

 

Abb. 2: Prozentualer Anteil von Mitarbeitern, die Sonderleistungen erhalten, in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße

Damit erklärt die Unternehmensgröße nicht nur Gehaltsunterschiede, sondern teilweise auch Unterschiede in den Einkommensstrukturen von Mitarbeitern aus der Industrie und solchen aus der Dienstleistung. In der Datenanalyse zeigte sich, dass 75 % der Dienstleistungsunternehmen weniger als 50 Mitarbeiter haben. In der Industrie hingegen haben 91 % aller Unternehmen 50 und mehr Mitarbeiter. Ein weiterer Grund für die Gehaltsunterschiede zwischen Dienstleistungs- und Industrieunternehmen ist die Beachtung von Tarifverträgen in der Industrie.

Generell muss ein Vergleich der Gehälter über verschiedene Positionen hinweg die Arbeitsleistung mitberücksichtigen, die dem Entgelt gegenübersteht: Normale Angestellte arbeiten im Schnitt 38 Stunden pro Woche, die Anzahl der Überstunden liegt bei 3,5 pro Woche. 70 % aller Angestellten können Überstunden durch Freizeit ausgleichen. Leitende Angestellte haben meist eine 39-Stundenwoche mit ca. 6,5 Überstunden. Knapp die Hälfte, 43 %, kann für Überstunden einen Freizeitausgleich nehmen.

Vor allem das Alter des Arbeitnehmers hat Auswirkungen auf die Höhe des Gehalts, wie Abbildung 3 verdeutlicht. Der größte prozentuale Gehaltsanstieg zeigt sich von den bis zu 25-Jährigen hin zur Altersgruppe der 25- bis 35-Jährigen mit durchschnittlich 18 %. Von dieser bis zur nächsten Altersgruppe der 35- bis 45-Jährigen beträgt der Gehaltunterschied für alle Positionen im Durchschnitt nochmals 17 %. Danach ist die Gehaltsentwicklung bis zur Gruppe der 45- bis 55-Jährigen mit etwa 7 % Zuwachs geringer.

Tabelle3 


Abb. 3: Monatsbruttoeinkommen ohne Sonderleistungen in Abhängigkeit von Alter und Position des Mitarbeiters

Faktoren für Verdienstunterschiede

Aussagen, inwieweit die Erfahrung in der Technischen Dokumentation das Gehalt beeinflusst, können nur für Angestellte ohne Führungsfunktion gemacht werden. Leitende Angestellte, so zeigen es die Ergebnisse, kommen meist aus anderen Unternehmensbereichen und sind zum Zeitpunkt ihres Wechsels bereits in leitender Funktion. Bei ihnen beträgt der Gehaltsanstieg zwischen dem eines Anfängers mit weniger als 2 Jahren TD-Erfahrung (2.872 Euro monatlich) und einem Mitarbeiter mit 2–5 Jahren TD-Erfahrung (3.253 Euro monatlich) im Schnitt 13 %. Danach wirkt sich die TD-Erfahrung mit durchschnittlich 8 % Zuwachs weniger auf das Gehalt aus: Angestellte mit 5–10 Jahren TD-Erfahrung verdienen durchschnittlich 3.508 Euro, bei 10–15 Jahren sind es 3.733 Euro und mit mehr als 15 Jahren TD-Erfahrung durchschnittlich 4.175 Euro. Dieser Gehaltszuwachs ist ähnlich der altersbedingten Gehaltsentwicklung bei den Angestellten, was natürlich damit zu begründen ist, dass die zunehmende TD-Erfahrung mit steigendem Alter einhergeht. Was jeweils von Mitarbeiter zu Mitarbeiter variiert, ist dessen Einstiegsalter in die TD.

Einen entscheidenden Einfluss auf das Gehalt hat die Personalverantwortung: Angestellte und leitende Angestellte mit Personalverantwortung haben im Schnitt 29 % mehr Gehalt als ihre Kollegen ohne explizite Personalverantwortung. Zudem verdeutlichen die Ergebnisse, dass weibliche Angestellte im Schnitt 13 % weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Bei leitenden Angestellten macht der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern sogar 20 % aus!

Leitungs- und Geschäftsführungsposition

In den Positionen von Redaktionsleitern und Geschäftsführern betragen die Durchschnittsgehälter 90.915 Euro pro Jahr inklusive Sonderleistungen und durchschnittlich 6.097 Euro Monatsbruttoeinkommen ohne Sonderleistungen. Allerdings ist hier die Einkommensspanne sehr breit: 68 % der Angaben liegen beim Jahresgehalt zwischen 45.434 Euro und 136.396 Euro, beim Monatsbruttoeinkommen zwischen 3.649 Euro und 8.546 Euro. Der Anteil an Sonderleistungen ist mit durchschnittlich 1.479 Euro relativ hoch, jedoch ist zu beachten, dass über zwei Drittel (69 %) dieser Mitarbeiter einen Dienstwagen besitzt. Als Arbeitszeit sind in dieser Position 40 Arbeitsstunden pro Woche regulär, dazu kommen noch durchschnittlich 12,5 wöchentliche Überstunden – jedoch haben 75 % für diese keinen Zeitausgleich. In der Regel sind die zugrunde liegenden Verträge außertariflich.

Gehälter bei Teilzeitbeschäftigung

Bei den Angestellten mit Teilzeitbeschäftigung beträgt das durchschnittliche Monatsbruttoeinkommen bei 25–50 % Teilzeit durchschnittlich 1.797 Euro. 68 % der Gehälter liegen hier zwischen 1.634 Euro und 1.960 Euro. Bei 50–75 % Teilzeit beträgt das durchschnittliche Gehalt 2.503 Euro, 68 % der Werte liegen zwischen 1.973 Euro und 3.033 Euro. Teilzeitarbeit mit 75–95 % wird im Schnitt mit 3.132 Euro monatlich vergütet – hier befinden sich 68 % aller Angaben zwischen 2.414 Euro und 3.850 Euro.

Gehaltsentwicklung und Zufriedenheit

Weniger als 1 % Gehaltserhöhung erhalten 30 % der Befragten. Die jährliche Gehaltserhöhung beträgt bei 50 % zwischen 1 % und 2,5 %. Zwischen 2,5 % und 5 % mehr Gehalt als im Vorjahr bekommen 18 %, und 2 % der Mitarbeiter haben mehr als 5 % jährlichen Zuwachs.

Insgesamt gibt die Mehrheit der Befragten an, zufrieden (50 %) oder sogar sehr zufrieden (13 %) mit ihrem Gehalt und den monetären Leistungen ihres Unternehmens zu sein. Weder zufrieden noch unzufrieden sind 23 %, unzufrieden zu sein geben 12 % an, und nur 1 % ist sehr unzufrieden.

Gesamtfassung

Die gesamten Ergebnisse der Gehaltsumfrage können Sie als PDF Datei (858 KB) unter "downloads" einsehen, sie liegen auch im tekom-WebForum bereit, Rubrik „Aus der tekom“, „Dokumente“. Oder Sie rufen die Gehaltsumfrage unter redaktion@tekom.de ab.

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Dr. Daniela Straub (35), Dipl.-Psychologin, war mehrere Jahre für Prozessoptimierungs- und Organisationsentwicklungsprojekte einer großen internationalen Unternehmensberatung tätig. Seit Anfang 2003 arbeitet sie bei der TC and more GmbH und führt dort die Benchmarking-Projekte der tekom durch. Außerdem ist sie für Studien und Umfragen verantwortlich und betreut den Bereich Weiterbildung und Zertifizierung.

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